Abbruch Skisaison Eisige Zeiten für Liftbetreiber in Holzhau

Blick auf einen leeren Skilift an einem verschneiten Hang, im Vordergrund ein Skisitz.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im osterzgebirgischen Holzhau herrschen seit Weihnachten ideale Bedingungen für den Wintersport. Doch die Skihänge sind leer. Für Lift- und Skihüttenbetreiber Alexander Richter ist das eine Katastrophe. "Hier draußen würden Urlauber aus Leipzig, Halle und Berlin im Schnee toben. Wir hätten jetzt hier mit unseren sechs Skilehrern 30 Kinder in der Skischule und auch unsere anderen 30 Mitarbeiter hätten zu tun. Heidelbeerglühwein würde fließen - es wäre ein toller Wintersporttag für alle."

Ein Mann mit Bart steht an einem Tresen in einer Holzhütte.
Skiliftbetreiber Alexander Richter kritisiert die Hilfsprogramme, die die Situation seiner Branche nicht verbessern. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Hilfsprogramme sollen angepasst werden

Die wenigen Einheimischen, die sich ohne Skilift auf den Hügel kämpfen, bringen kein Geld in die Kasse. Die vielen aufgelegten Hilfsprogramme könnten die Ausfälle nicht kompensieren, sagt Richter. Die Unternehmensstruktur in Deutschland sei im Gegensatz zu den Hilsprogrammen sehr individuell. "Bei den aktuellen Programmen gibt es massive Unterschiede zwischen Personen- und Kapitalgesellschaften." Es würden nur Umsätze einzelner Vorjahresmonate anerkannt und nicht der Vorjahresumsatz. "Wir müssen ja das Geld in zwei, drei Monaten verdienen, in denen auch die meisten Kosten anfallen." Wenn die Kosten für das ganze Jahr bei der Berechnung der Hilfe durch zwölf geteilt würden, blieben etwa fünf Prozent des Vorjahresumsatzes als Förderung hängen. "Das würden wir hier an einem Tag verdienen."

Blick auf einen leeren Skilift an einem verschneiten Hang, im Vordergrund ein Skisitz.
Leere Hänge bei bestem Wintersportwetter in Holzhau. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Keine Wintersport-Gäste in der Pension

Auch die kleine Pension, das zweite Standbein von Alexander Richter, bringt ihm in der Corona-Krise keine Einnahmen. Er sieht auch dort Lücken in den Förderprogrammen. Tourismusministerin Barbara Klepsch will die Sondersituation der Wintersportregionen im Blick behalten. "Wir müssen uns die Bundesprogramme ansehen und entscheiden, wo wir uns als Freistaat beim Bund noch stark machen müssen." Es ginge jedoch ebenfalls darum, sich darüberhinaus darum zu kümmern, welche Unterstützung das Land Sachsen noch geben könne.

An einer Straße steht ein tief verschneites Fachwerkhaus.
Durch die ausbleibenden Touristen schreibt Alexander Richter auch Verluste mit seiner Pension. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In den Wintersportgebieten Sachsens warten die Unternehmer auf diese Unterstützung. Viele von ihnen bangen jetzt schon um ihre Existenz.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 16.01.2021 | 19:00 Uhr

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