06.02.2020 | 17:10 Uhr | Update Bataillon aus Marienberg übernimmt Führung bei Nato-Einsatz

Panzer aus Marienberg wird auf Zug verladen
Ein Panzer wird in Marienberg auf einen Zug verladen. Bildrechte: MDR/Sachsenspiegel

Das Panzergrenadierbataillon 371 aus Marienberg hat am Donnerstag zum zweiten Mal die Führung des Nato-Einsatzes "Enhanced Forward Presence" in Litauen übernommen. Die Marienberger Soldaten lösen das Panzergrenadierbataillon 391 aus Bad Salzungen in Thüringen ab.

Vergangene Woche wurden dafür Panzer und Transportfahrzeuge auf einen Zug verladen, der dann das Material ins Baltikum brachte. Insgesamt verlegte die Bundeswehr rund 80 Container und 90 Fahrzeuge aus dem Erzgebirge mit der Bahn nach Litauen verlegt.

Enhanced Forward Presence Die Nato-Initiative Enhanced Forward Presence (eFP) wurde beim Nato-Gipfeltreffen am 8. und 9. Juli 2016 in Warschau beschlossen.

Seit Januar 2017 ist ein multinationaler Gefechtsverband der Nato im Baltikum stationiert, jeweils rund 1.000 Soldaten in Estland, Lettland, Litauen und Polen. Die in Litauen stationierte sogenannte Battlegroup steht unter der Führung Deutschlands.

Die Aktion soll die militärische Stärke des Verteidigungsbündnisses demonstrieren und dient der Abschreckung gegenüber Russland. Der Einsatz soll aber vor allem symbolische Unterstüzung für die östlichen Nato-Mitgliedsstaaten zeigen. Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung

Für das kommende halbe Jahr stellen die Soldaten aus Marienberg einen Großteil des rund 550 Frauen und Männer umfassenden Kontingents im litauischen Rukla. Der Stützpunkt liegt etwa 100 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

Der Einsatz diene dazu, Bündnissolidarität zu beweisen, sagte Oberst Mike Werner von der Panzergrenadierbrigade aus dem sächsischen Frankenberg. Die Marienberger Jäger seien für den Auftrag gut vorbereitet und ausgerüstet.

Verladung der Militärfahrzeuge in Marienberg

Panzer werden für den Transport nach Litauen verladen
Für den Transport nach Litauen stehen verschiedene Militärfahrzeuge bereit: u. a. der Dingo (m.). Bildrechte: MDR/Sven Böttger
Panzer werden für den Transport nach Litauen verladen
Für den Transport nach Litauen stehen verschiedene Militärfahrzeuge bereit: u. a. der Dingo (m.). Bildrechte: MDR/Sven Böttger
Panzer werden für den Transport nach Litauen verladen
Vom Marienberger Bahnhof aus verlegt die Bundeswehr einen Teil ihrer Ausrüstung zunächst auf dem Schienenweg. Bildrechte: MDR/Sven Böttger
Panzer werden für den Transport nach Litauen verladen
Ein Marder-Schützenpanzer rollt zur Verladung. Bildrechte: MDR/Sven Böttger
Panzer werden für den Transport nach Litauen verladen
Von hier aus geht es nach Litauen. Bildrechte: MDR/Sven Böttger
Panzer aus Marienberg wird auf Zug verladen
Etwa 90 Fahrzeuge gehen insgesamt in den Nato-Einsatz. Bildrechte: MDR/Sachsenspiegel
Ein Panzer wird auf einem Güterzug transportiert
Anfang Januar übernimmt das Panzergrenadierbataillon die Führung des Nato-Einsatzes "Enhanced Forward Presence" in Litauen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle (6) Bilder anzeigen

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Beitrages haben wir irrtümlich "Bad Frankenberg" als Standort des Panzergrenadierbataillons 391 angegeben. Die korrekte Ortsangabe lautet "Bad Salzungen". Diesen Fehler bitten wir zu entschuldigen.

Quelle: MDR/bj/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 30.01.2020 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

2 Kommentare

Dynamo vor 26 Wochen

Jahrelang wurde versucht uns einzureden, die Bundeswehr ist eine reine Verteidigungsarmee. Jetzt dagegen: "Bataillon aus Marienberg übernimmt Führung bei NATO-Einsatz." "Die Aktion dient … der Abschreckung gegenüber Rußland." Ein Jeder denke sich seinen Teil. 01.02.2020, 09:24

Fuerst Myschkin vor 27 Wochen

Ein Panzergrenadierbataillon was die Führung eines Einsatzes autonom übernimmt, muss wirklich was ganz besonderes sein. Offenbar eine Geheimwaffe, quasi eine Gorch Fock der Landstreitkräfte. Als ich in grauer Vorzeit in einer anderen Armee diente, gab es noch Bataillonskommandeure, welche umständlicher Weise jahrelang eine Militärakademie besuchen mussten. Hier führt sich ein gesamtes Bataillon selbst und andere Truppenteile obendrein. Genial und sensationell. Jetzt verstehe ich erst, warum bei der Auswahl von Verteidigungsministern es auch keiner Fachleute mehr bedarf. Machen alles externe Berater. Supi! Das macht uns keiner nach. In völliger Begeisterung Hauptmann a.d. F.M.

Mehr aus Brand Erbisdorf und Marienberg

Mehr aus Sachsen