16.09.2019 | 13:30 Uhr Aus dem Erzgebirge nach Berlin: Firma aus Drebach stattet Humboldt-Forum aus

Nächstes Jahr soll in Berlin das Humboldt-Forum eröffnet werden. Damit die Ausstellungsstücke in den insgesamt acht Museen richtig zur Geltung kommen, liefert eine Firma aus dem Erzgebirge Vitrinen und Medientechnik.

von Brigitte Pfüller

Kräne stehen auf der Baustelle des Humboldt-Forum im neuen Berliner Stadtschloss
Bildrechte: dpa

Der erzgebirgische Museums- und Ausstellungsausstatter Seiwo Technik realisiert derzeit einen Großauftrag für das Berliner Stadtschloss. Am Montag sollen die ersten Podeste und Konsolen für das künftige Humboldt-Forum mit einem 40-Tonner-Lkw auf die Reise gehen. Die Firma stattet alle acht Museen mit mehr als 20.000 Exponaten im Humboldt-Forum aus. Die Eröffnung ist im September 2020 geplant.

Interaktive Stationen in der Forscherfabrik Schorndorf.
In der Forscherfabrik Schorndorf in Baden-Württemberg entstanden interaktive Stationen zum Mitmachen für Kinder. Bildrechte: Seiwo

Die Planung für Konsolen und Podeste – das größte ist 17 Meter lang – entsteht im Erzgebirge nach Entwürfen der Museumsgestalter am PC. Danach werden sie in den Werkstätten je nach Anforderung aus Metall, Glas, Stein, Keramik oder Holz gefertigt. Produziert wird in modernisierten Werkhallen des ehemaligen DDR-Kühlschrankbauers DKK Scharfenstein. Erst nach einem Probeaufbau gehen die Ausstellungsmöbel auf die Reise und werden vor Ort installiert.

"Tornado" für das Deutsche Museum in München

Die Museumsausstatter haben schon Elefanten gebaut, interaktive Stationen zum Laufen gebracht und wertvolle Ausstellungsstücke in sicheren Vitrinen ins rechte Licht gesetzt.

Das „Tellurium“ im Aufbau für die ESO.
Das "Tellurium" im Aufbau für die Europäische Südsternwarte ESO Bildrechte: Seiwo, Jan Wabst

Neben dem Humboldt-Forum arbeitet Seiwo-Technik derzeit u.a. einen Großauftrag für das Deutsche Museum in München ab. Das Haus wird seit 2015 zum Teil umgestaltet und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Dies geschieht in zwei Abschnitten, so dass das Museum offen bleibt.

2021 sind voraussichtlich erste neue Ausstellungen zu sehen. 2025, zum 100. Geburtstag des Gebäudes, soll alles fertig sein. Aus dem Erzgebirge kommt neben Vitrinen und vielen anderen Präsentationsmöbeln ein sogenannter geschwungener "Tornado", in dem die Entwicklung der Luft- und Raumfahrt dargestellt werden soll.

"Unsere 52 Mitarbeiter haben viel Wissen und viele Ideen, um die Vorgaben zu erfüllen", sagt Geschäftsführer Jan Wabst. Zu anspruchsvollsten Projekten gehörte u.a. ein "Tellurium" – ein ein Gerät zur modellhaften Darstellung der Bewegungen von Erde und Mond um die Sonne - für die Europäische Südsternwarte ESO (Europeen Southern Observatory) in Garching bei München. In Sachsen waren die Erzgebirger z.B. für die neue Dauerausstellung "Leinen los!" im Verkehrsmuseum Dresden tätig.

Ausstellungsbau Verkehrsmuseum Dresden - Neue Dauerausstellung "Leinen los!"
Die Vitrinen im Verkehrsmuseum Dresden für die Ausstellung "Leinen los!" kommen aus dem Erzgebirge. Bildrechte: Marius Schreyer Design

Insgesamt hat Seiwo Technik seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1990 rund 400 Projekte für Dauerausstellungen sowie 6.000 Licht- und Medientechnik-Projekte umgesetzt. Die Firma gehört nach eigenen Angaben zu den Top-Five der Ausstellungsbauer für Museen und Dauerexpositionen im deutschsprachigen Raum in Europa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.09.2019 | ab 09:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2019, 13:36 Uhr

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