26.08.2019 | 15:44 Uhr Neuer Wind an Spitze des Männelmacher-Verbands im Erzgebirge

Der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller hat einen neuen Geschäftsführer. Am Mittwoch wird Frederic Günther den Mitgliedern offiziell vorgestellt. Der 33-Jährige stammt aus einem traditionsreichen Seiffener Handwerksbetrieb und hat Tourismuswirtschaft in Breitenbrunn studiert. Nach dem Studium war der Diplom-Betriebswirt zwei Jahre lang als Einkäufer in München tätig. Seit 2012 ist der gebürtige Seiffener wieder im elterlichen Unternehmen bei Spielwarenmacher Günther aktiv. "Als waschechter Erzgebirger mit Auswärtserfahrung möchte ich meine umfassende Branchenkenntnis in meine Tätigkeit als Verbandsgeschäftsführer einbringen, um die Werte des Erzgebirges zukunftsorientiert weiterzuführen und auszubauen", kündigte er an. Günther kennt auch den Verkauf der Holzkunst aus eigener Erfahrung, stand bis voriges Jahr noch selbst in Verkaufsständen auf Weihnachtsmärkten in Dresden oder Zürich.

Dieter Uhlmann bisheriger Chef und Frederic Günther neuer Geschäftsführer des Verbands Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller
Stabwechsel beim Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller: Dieter Uhlmann übergibt den Geschäftsführer-Posten an Frederic Günther. Bildrechte: Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. 09526 Olbernhau / Fotostudio Art-n-Photo, Amelie Jehmlich, Dresden

Die ersten Monate wird er vom bisherigen Verbandschef Dieter Uhlmann unterstützt. Der 66-Jährige war 1990 Gründungsmitglied und seitdem Vorstandsmitglied des Verbandes. Seit 1994 ist er als Geschäftsführer des Verbandes tätig gewesen. Er hatte maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Logos "Echt Erzgebirge – Holzkunst mit Herz" sowie der Kampagne "Die Kunst zum Leben". Uhlmann hat sich ferner für die Verbundausbildung zum Holzspielzeugmacher in der Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule Seiffen engagiert. Zu seinen ständigen Aufgaben gehörte die Pflege von Geschäftsbeziehungen auf Messen, die vielfältige Lobbyarbeit zur Politik sowie die Zusammenarbeit mit regionalen Verbänden und Institutionen. So sind die Männelmacher etwa eng mit dem Tourismus im Erzgebirge verbunden.

60 Mitgliedsbetriebe im Verband

Dem Verband gehören 60 Mitglieder vom kleinen Familienbetrieb bis hin zum mittelständischen Unternehmen mit etwa 200 Beschäftigten an. Zu den Mitgliedern gehört auch eine große Genossenschaft, in der sich etwa 130 Handwerksfirmen zusammengeschlossen haben.

Holzkunst und Bergbau Als Bergleute waren die Bewohner des Erzgebirges dem Holz sehr verbunden. Man brauchte das Holz für das Abstützen der Stollen und für das Entzünden des Grubenfeuers. In den Wäldern des Erzgebirges war außerdem genug vom Rohstoff Holz vorhanden, so dass der Bergmann nach Feierabend gern zum Schnitzmesser griff und seine Erfahrungen in Holz verewigte. Was zunächst als Feierabendbeschäftigung begann, wurde schon bald zur bitteren Notwendigkeit. Denn als sich die Erzvorräte dem Ende zuneigten, mussten sich die Bergleute in den alten Silberstädten einen neuen Broterwerb suchen. Wie schon zuvor viele Bauern des Osterzgebirges verdienten sie sich mit der Holzkunst ein kleines Zubrot. Später entwickelte sich aus diesen ein eigener Wirtschaftszweig, der nach und nach immer mehr Produkte bot, als die anfänglichen Schnitzereien. (Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V.)

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.08.2019 | 10:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 26. August 2019, 15:47 Uhr

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