Seenlandbahn
Nur solche als "Ferkeltaxi" bezeichneten Triebwagen dürfen bei Sonderfahrten noch bis Neuhausen fahren. Bildrechte: Tourismusverband Lausitzer Seenland / Nada Quenzel

20.08.2019 | 17:51 Uhr Abgehängt? Olbernhau will Eisenbahnstrecke nicht aufgeben

Seenlandbahn
Nur solche als "Ferkeltaxi" bezeichneten Triebwagen dürfen bei Sonderfahrten noch bis Neuhausen fahren. Bildrechte: Tourismusverband Lausitzer Seenland / Nada Quenzel

Olbernhaus Bürgermeister Heinz-Peter Haustein will die Eisenbahnstrecke Olbernhau - Neuhausen retten. Der Strecke drohte die Stilllegung, weil die Gleisanlagen stark sanierungsbedürftig sind. Die Erzgebirgsbahn will die Kosten für den Unterhalt des Streckenabschnitts, auf dem kein regulärer Zugverkehr mehr stattfindet, nicht weiterhin tragen.
Mit seiner 2015 gegründeten Eisenbahngesellschaft will Haustein die Weichen für die Zukunft stellen und hat die Strecke nun von der Erzgebirgsbahn gepachtet. "Mein Ziel ist es, dass in ein paar Jahren dort wieder Planverkehr möglich ist von Neuhausen nach Chemnitz. Und das möglichst im Stundentakt, damit die Region Seiffen und Neuhausen wieder angebunden wird ans Schienennetz." Seine Bürgermeisterkollegen aus Seiffen, Deutschneudorf, Neuhausen, Sayda und Heidersdorf unterstützten das Vorhaben, so Haustein.

Desiro-Triebwagen der Erzgebirgsbahn
Zur Zeit verkehrt die Erzgebirgsbahn zwischen Olbernhau und Chemnitz im Stundentakt. Bildrechte: MDR/L. Müller

Neun Millionen Euro würde die Sanierung des Streckenabschnitts zwischen Olbernhau und Neuhausen kosten, was für eine Eisenbahnstrecke relativ wenig Geld sei, betont Haustein. "Allein kann man die Sanierung der Strecke nicht stemmen. Aber wenn man das will und das Ziel hat, ist das mit vielen Unterstützern aus Politik und Wirtschaft machbar." Man müsse dabei das Ganze sehen. So eine Eisenbahn sei schließlich ein strategischer Faktor.

Wenn wir nicht aufpassen im Erzgebirge, steht irgendwann in Flöha der Prellbock und wir haben keine Anbindung mehr.

Heinz-Peter Haustein Bürgermeister Olbernhau

Am Mittwoch ist der Pachtvertrag mit der Erzgebirgsbahn für den Streckenabschnitt Olbernhau-Neudorf unterzeichnet werden. Im kommenden Jahr will die "Haustein Eisenbahngesellschaft" die Eisenbahnstrecke kaufen. "Als Pächter können wir keine Fördermittel beantragen. Wenn wir die Strecke gekauft haben, wollen wir die entsprechenden Anträge stellen, um diese Strecke zu sanieren." Fünf Jahre könnte das dauern. Dann könnten wieder Züge von Neuhausen in Richtung Chemnitz rollen.

Das wäre genau 130 Jahre nach der ersten Streckeneröffnung 1895. Die elf Kilometer lange Strecke von Pockau-Lengefeld nach Olbernhau wurde damals in gerade einmal drei Jahren gebaut. Auch für den Bau der Verlängerung der Strecke bis Neuhausen brauchten die Eisenbahnbauer nur zwei Jahre. Mit großem Aufwand wurde die Strecke bis Olbernhau nach der Jahrtausendwende saniert. Die verbleibenden zehn Kilometer bis Neuhausen wurden nur für gelegentlichen Sonderzugverkehr wiederhergerichtet.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.08.2019 | 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

MDR SACHSENSPIEGEL | 21.08.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. August 2019, 17:51 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

Mehr aus Brand Erbisdorf und Marienberg

Mehr aus Sachsen