Absperrbänder vor Drechslerei
Bildrechte: Matthias Wetzel

Brandfolgen Ursache für Brand in Spänebunker unklar, Produktion in Drechslerei ruht

Bei einem Löscheinsatz in einer Drechslerei im Erzgebirge sind am Dienstag Feuerwehrleute plötzlich zusammengebrochen. Möglicherweise hatten sie Kohlenmonoxid eingeatmet. Warum das Feuer ausbrach, ist weiter unklar.

Absperrbänder vor Drechslerei
Bildrechte: Matthias Wetzel

Nach dem Brand in einem Spänebunker in Rothenthal sind die verletzten Feuerwehrleute auf dem Weg der Besserung. Zwei Kameraden sollen am Donnerstag aus dem Krankenhaus entlassen werden, sagte Bürgermeister Heinz-Peter Haustein MDR SACHSEN. Ein dritter Feuerwehrmann sei am Mittwoch aus dem Koma erwacht. Die anderen Verletzten sind bereits zu Hause.

Dutzende Einsatzkräfte betroffen

Löschwasser zwischen Sägemehl-Haufen
In einem mit Sägespäne gefüllten Bunker ist am Dienstag der Schwelbrand ausgebrochen. Bildrechte: Matthias Wetzel

Bei dem Einsatz waren am Dienstag mehrere Feuerwehrmänner außerhalb des Silos plötzlich zusammengebrochen. Offenbar hatten sie giftige Gase eingeatmet, möglicherweise Kohlenmonoxid. Sieben Feuerwehrleute und fünf Polizeibeamte kamen ins Krankenhaus, teilweise in Spezialkliniken nach Leipzig und Halle. Insgesamt mussten 47 Einsatzkräfte medizinisch betreut werden.

Olbernhaus Wehrleiter Rüdiger Ulbricht war am Mittwoch noch deutlich anzumerken, wie sehr ihn die Sache mitnimmt: "Körperlich fühlt man sich müde." Es sei schwer, wenn Kameraden im Einsatz schwer verletzt würden. Ulbricht ist erleichtert, dass alle Kameraden wieder ansprechbar sind. "Wir wollen sie jetzt besuchen im Krankenhaus, der Bürgermeister und ich. Und wir hoffen, dass alle gut aus der Sache rauskommen."

Produktion ruht vorübergehend

Fahrzeug der Kriminaltechnik vor einer Drechslerei
Experten der Polizei sind vor Ort, um die Brandursache zu ermitteln. Bildrechte: Matthias Wetzel

Wie es zu dem Brand in dem Spänebunker kommen konnte, ist noch nicht klar. Seit Mittwochvormittag sind Brandursachenermittler der Polizei in der Drechslerei im Einsatz. Die Produktion musste vorübergehend eingestellt werden, sagte Firmenchef Jan Legler im Gespräch mit MDR SACHSEN. "Es gibt keine Heizung, keine Absaugung. Wir wissen auch noch nicht, warum das passiert ist. Es war ja nur ein Schwelbrand, keine offene Flamme."

Unklar ist auch noch, ob das Feuer wirklich gelöscht ist. Das habe die Feuerwehr bislang noch nicht überprüfen können, sagte Bürgermeister Haustein. "Das ist zu gefährlich." Der etwa 15 Meter hohe Spänebunker hat durch die Hitze Risse bekommen und die vom Löschwasser aufgequollenen Späne sorgen für Druck im Inneren. Ein Statiker müsse nun überprüfen, ob die Feuerwehr ihren Einsatz fortsetzen kann, so Haustein.

Quelle: MDR/mwa/cb/jr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.10.2018 | 14:30 Uhr im Regionalreport

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In einer Hand mit Baumwollhandschuh liegen Münzen.
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Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2018, 20:09 Uhr

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