Tötungsdelikt Brand-Erbisdorf
Kriminaltechniker sicherten Spuren an der Stelle, an die 35-Jährige leblos aufgefunden wurde. Bildrechte: Audiovision

Gewaltverbrechen in Brand-Erbisdorf Polizei Sachsen bezieht Stellung gegen Fake-News

In Brand-Erbisdorf wird eine junge Frau tot am Straßenrand gefunden. Die Polizei nimmt umgehend die Ermittlungen zu dem Fall auf. Zugleich kämpft sie in den sozialen Netzwerken gegen die Verbreitung von Fake News.

Tötungsdelikt Brand-Erbisdorf
Kriminaltechniker sicherten Spuren an der Stelle, an die 35-Jährige leblos aufgefunden wurde. Bildrechte: Audiovision

Bitte unterlassen Sie die Verbreitung solcher #FakeNews! Es ist für Angehörige schlicht unerträglich, solche absurden Theorien ertragen zu müssen. Warum missbrauchen Sie den Tod einer Frau so für Ihre Zwecke? Absolut pietätlos.

Tötungsdelikt Brand-Erbisdorf
Bildrechte: Audiovision

Mit diesen klaren Worten hat die Polizei Sachsen am Wochenende gegen Falschmeldungen im Internet Stellung bezogen. Hintergrund ist der Tod einer 35 Jahre alten Frau in Brand-Erbisdorf, die am Freitagmorgen am Straßenrand gefunden wurde. Ohne die Ermittlungsergebnisse abzuwarten, kursierten in den sozialen Netzwerken schnell Gerüchte zu den Todesumständen. So setzte beispielsweise die AfD Salzgitter bereits am Sonnabend einen Tweet ab, der nicht nur besonders abscheulich formuliert ist - auf den genauen Wortlaut verzichtet die Redaktion -, sondern auch inhaltlich falsch. Dem Tweet ist ein Link zu einem Internetblog angeheftet, der laut Impressum in Halle betrieben wird. In dem verlinkten Artikel des Blogs wird suggeriert, die Frau sei von arabischen Tätern vergewaltigt und getötet worden.

Die Polizei reagierte umgehend und verwahrte sich, auch im Sinne der Angehörigen des Opfers, gegen diese Falschmeldung. So schreibt sie im Kurznachrichtendienst Twitter weiter: "#Anstand & #Respekt vor anderen Menschen verbieten die Verbreitung von #FakeNews angesichts des Todes eines Menschen. Eigentlich selbstverständlich, jedoch nicht für polit. & gesellschaftliche Brandstifter. Wir widersprechen dem. #Leipzig #Dresden #Chemnitz #Görlitz #Zwickau".

Zugleich gab die Polizei bekannt, dass der mutmaßliche Täter aus dem Umfeld der Toten stammt und Deutscher ist.


Am Montag teilte die Polizei Sachsen diesen Tweet ihrer brandenburgischen Kollegen:

Fake-News als Instrument für Stimmungsmache

Der Dresdner Medienblogger und -berater Peter Stawowy sieht in solchen gezielten Falschmeldungen keine Einzelfälle. "Wir haben ein vermehrtes Aufkommen von solchen Fake-News im Zusammenhang mit Verbrechen", sagte er am Montag im Gespräch mit MDR SACHSEN. Das sei ein Instrument, das primär von Rechtsextremen oder Rechten genutzt werde, um Stimmung zu machen. "Da geht es darum, die Gesellschaft weiter zu spalten, Ängste zu schüren und ein Unsicherheitsgefühl zu streuen." Übertreibungen und Überziehungen gäbe es allerdings auch von anderer politischer Seite.

Stawowy erwartet nicht, dass es Konsequenzen für die AfD Salzgitter geben wird. Dazu müsste es einen Kläger geben, zum Beispiel die Angehörigen der getöteten Frau. "Ich finde aber gut, dass die Polizei gleich darauf reagiert hat. Das ist natürlich der richtige Umgang mit so etwas. Wenn man unaufgeregt klarstellt, ist es meiner Meinung nach immer der beste Weg."

Ermittlungen im Mordfall kurz vor der Einstellung

Unterdessen teilte die Staatsanwaltschaft Chemnitz am Montagabend mit, dass die Ermittlungen sehr wahrscheinlich in Kürze eingestellt werden. Motiv für den Mord an der 35-jährigen Frau sei wahrscheinlich Wut über eine Zurückweisung gewesen. Es deute derzeit alles darauf hin, dass ein Bekannter die Frau deswegen umgebracht habe, sagte Ingrid Burghart, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz. Er tötete demnach erst die Frau und danach sich selbst. Seine Leiche wurde am Wochenende gefunden. Hinweise auf die Beteiligung eines Dritten gebe es nicht.

Quelle: MDR/tfr/dk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.01.2019 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.01.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 07. Januar 2019, 20:37 Uhr

Mehr aus Brand Erbisdorf und Marienberg

Mehr aus Sachsen