25.06.2019 | 18:30 Uhr KZ Sachsenburg: Weitere Gedenktafeln zum Auftakt für geplante Gedenkstätte

Eine baufällige Villa ist mit Bäumen überwuchert und von einem Bauzaun umgeben.
Die ehemalige Kommandantenvilla des KZ Sachsenburg. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Der "Pfad der Erinnerung" im ehemaligen KZ Sachsenburg wächst. Als Auftakt für eine geplante Gedenkstätte sind am Dienstagabend weitere Gedenktafeln feierlich enthüllt worden. Insgesamt zehn Schrifttafeln sollen in den nächsten Monaten an erhaltene Gebäude und Räume des ehemaligen Konzentrationslagers bei Frankenberg erinnern. So können sich Besucher bei einem Rundgang anhand von einordnenden Texten, Bildern und Zeitzeugenberichten über das KZ Sachsenburg informieren. Erste Gedenktafeln hat die Stiftung Sächsische Gedenkstätten bereits Anfang Juni enthüllt.

Bis zum Jahresende sollen weitere zehn Tafeln den "Pfad der Erinnerung" komplettieren. Das Projekt wird zum Großteil von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten finanziert, die 135.000 Euro beisteuert. Die Erklärtafeln bilden den Auftakt für eine geplante Gedenkstätte. Sie soll an das 1933 eingerichtete KZ Sachsenburg erinnern.

Vor einer baufälligen Willa ein Banner: 'Wer hier die ersten Steine wegnimmt, entsorgt die Erinnerung! Gedenkort vollständig erhalten!'
Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

KZ Sachsenburg: besondere Bedeutung für die sächsische NS-Geschichte

Das KZ Sachsenburg wurde im April 1933 in einer damaligen Spinnerei eingerichtet und existierte bis Juli 1937. An dem verfallenden Gebäude auf dem Gelände scheiden sich derzeit die Geister. Frankenberg als Besitzer der ehemaligen Kommandantenvilla will den sofortigen Abriss und verweist auf einen entsprechenden Stadtratsbeschluss. Eine Expertenkommission der Staatsministerin für Kultur und Medien war jedoch in einem Gutachten zu dem Schluss gekommen, dass das Gebäude unbedingt erhalten werden muss. "Das KZ Sachsenburg, das erste sogenannte Schutzhaftlager in Sachsen, ist ein Ort, an dem Menschen nicht nur aus Deutschland interniert, gefoltert und getötet wurden. Hier wurden die Henker des Naziregimes für die KZs ausgebildet. Daran sollte unbedingt in einer Gedenkstätte erinnert werden", sagte die sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange.

Quelle: MDR/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.06.2019 | ab 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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