11.12.2019 | 08:00 Uhr Sparkassenschließung in Sayda: Nach Protesten gibt es eine Minimallösung

Zum Jahresende schließt die Sparkasse Mittelsachsen 16 ihrer derzeit 43 Filialen. Für ältere Kunden gibt es keine Alternativen zur Bank vor Ort. Nach zahlreichen Protesten gibt es zumindest teilweise Lösungen für die betroffenen Orte.

Karte Schließungen Sparkasse Mittelsachsen
Es wird dünn für die Sparkassenkunden in Mittelsachsen. 16 Filialen schließen Ende 2019. Bildrechte: MDR/Webgrafik

Wenn am 1. Januar 2020 auch die Sparkassenfiliale in Sayda Geschichte ist, gibt es für die betroffenen Kunden zumindest eine kleine Erleichterung. Kunden der Sparkasse Mittelsachsen können ab diesem Zeitpunkt am Automaten der Volksbank in Sayda gebührenfrei Geld abheben. Im Gegenzug dazu können Volksbankkunden den Sparkassenautomaten in Neuhausen gebührenfrei nutzen. Das haben die beiden Geldinstitute vereinbart, um wenigstens die Minimalversorgung im Ort sicherzustellen.

Kunden fordern weitere Antworten auf Einwohnerversammlung

Betroffene haben bei einer Einwohnerversammlung am Dienstagabend Antworten auf ihre Fragen zur Schließung der Filiale gestellt. Eingeladen dazu hatte Karsten Piefke, Vorsitzender des Saydaer Gewerbevereins.

Das Logo der Sparkasse
In Sayda soll ein Vertrag zwischen Sparkasse und Volksbank die Minimalversorgung der Einwohner mit Bargeld sichern. Bildrechte: imago images/onw-images

Er nannte die vertragliche Lösung zwischen Sparkasse und Volksbank in einem Gespräch mit dem MDR eine Minimallösung, die vermutlich auf die Proteste der Saydaer zurückzuführen sei. "Damit wäre den Kunden erstmal geholfen, die Automaten-Standardgeschäfte erledigen wollen.

Wichtig ist aber auch, gerade für ältere Kunden, dass es weiter Ansprechpartner vor Ort gibt. Das kann ja auch in einem angemieteten kleinen Büro sein und nur zu eingeschränkten Zeiten." Rede und Antwort stand bei der Einwohnerversammlung auch Landrat Matthias Damm, der als Vorsitzender des Verwaltungsrates für die Geschicke der Sparkasse verantwortlich ist, und ein Vertreter der Sparkasse. Viele Kunden waren über die Informationspolitik der Sparkasse erbost, weil sie aus der Zeitung von der Filialschließung erfahren hatten.

Sparkasse begründet ihr Vorgehen mit der Niedrigzinspolitik

Die Sparkasse Mittelsachsen macht die anhaltende Niedrig- und Negativ-Zinspolitik der Europäischen Zentralbank für ihre Schwierigkeiten verantwortlich, die bei den Geldinstitutionen zu immer niedrigeren Gewinnen führt. Andererseits hat die Sparkasse Mittelsachsen im vergangenen Jahr trotz dieser Einflüsse einen Bilanzgewinn von 3,4 Millionen Euro erwirtschaftet.

Im Geschäftsbericht von 2018 ist aber auch zu lesen, dass die Personalkosten für die rund 500 Mitarbeiter trotz Tarifsteigerung bis 2021 von derzeit knapp 31 Millionen Euro auf etwa 25 Millionen Euro gesenkt werden sollen.

Saydas Bürgermeister will vermitteln

Der Bürgermeister von Sayda, Volker Krönert, war im Vorfeld nicht über die geplante Einwohnerversammlung informiert. Er erfuhr erst am Dienstagmorgen aus der Zeitung von dem Vorhaben. Trotzdem moderierte er als Vermittler das Gespräch. Krönert hofft, damit für die Saydaer ein akzeptables Ergebnis zu erreichen.

Sparkassenbuch und Euro Banknoten
Bildrechte: imago/Rüdiger Wölk

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.12.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 11. Dezember 2019, 08:00 Uhr

1 Kommentar

zenkimaus vor 10 Wochen

Na wenn das kein Grund ist bei der Sparkasse zu kündigen. Online können auch andere Banken und meistens günstiger.

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