Olbernhau
Bildrechte: MDR/Nadine Jejkal

23.05.2019 | 13:05 Uhr Quelle für Katzendreckgeruch im Erzgebirge offenbar auch auf deutscher Seite

Olbernhau
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Die als "Katzendreck" bekannte Geruchsbelästigung im Erzgebirge kommt sowohl von tschechischer als auch von deutscher Seite. Das berichtet das tschechische Nachrichtenportal idnes.cz. Dies sei das Ergebnis des internationalen Forschungsprojekts OdCom.

Seit drei Jahren untersucht ein internationales Team aus Wissenschaftlern das immer wiederkehrende Phänomen, darunter auch Forscher der TU Dresden. Demnach entsteht der üble Geruch durch die Verbindung von Emissionen aus mehreren Quellen. Die Verursacher sollen dem Bericht zufolge erst bei der Veröffentlichung der OdCom-Studie im Juni genannt werden, hieß es. Die Landesanstalt für Umwelt und Geologie wollte sich nicht zu den Ergebnissen äußern. Diese würden noch intern fachlich bewertet und würden bei einer öffentlichen Veranstaltung der TU Dresden am 3. Juni präsentiert, sagte ein Sprecher MDR SACHSEN.

Milder Winter erschwerte Untersuchung

Die "Luftgütemessstation" auf Schwartenberg im sächsischen Erzgebirge.
Eine der zwei Messstationen, die die Luft im Erzgebirge auf chemische Stoffe untersuchen. Bildrechte: dpa

Im vergangenen Jahr gab es bereits ein Zwischenergebnis: Trotz aufwendiger Untersuchungen konnten keine Mercaptane oder deren Abbauprodukte nachgewiesen werden. Diese Schwefelverbindungen galten nach ersten Messungen 2016 als wahrscheinlichste Ursache des lange Zeit auch als "Katzendreck" bezeichneten Gestanks. Allerdings gab es im untersuchten Zeitraum einen milden Winter.

Schon seit Jahren klagen die Menschen vor allem in Seiffen und Olbernhau bei bestimmten Wetterlagen über Kopfschmerzen, Atemprobleme, Erbrechen oder Durchfall. Bisher wurde das auf luftverschmutzende Betriebe auf tschechischer Seite zurückgeführt. Im nordböhmischen Industrierevier rund um Litvinov gibt es etwa 100 berichtspflichtige Unternehmen, vorrangig der Petrochemie, die 7.000 Menschen beschäftigen. Hinzu kommen Zehntausende Arbeitsplätze bei Zulieferern.

Das Projekt OdCom Das Projekt "OdCom" - die Abkürzung steht für Objektivierung der Geruchsbeschwerden im sächsisch-tschechischen Grenzgebiet - dokumentiert seit drei Jahren Geruchsbeschwerden und misst Luftschadstoffe. Zudem sollen erstmals potenzielle Auswirkungen auf die Gesundheit erforscht werden. Beteiligt sind auch Forscher der TU Dresden.

Quelle: MDR/kb/Radio Prag/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL| 23.05.2019 | 19:00 Uhr

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