26.02.2020 | 21:51 Uhr Urteil im Streit um Holzkunst aus dem Erzgebirge

Hängepyramide aus Holz
Ein Beispiel für "Echt erzgebirgische Holzkunst". Bildrechte: Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V.

Die Firma Sigro aus Falkenstein im Vogtland darf keine Kunstgenstände mehr unter der Bezeichnung "Feinste Holzkunst aus dem Erzgebirge, Made in Germany" verkaufen, die nicht im ausschließlich deutschen Teil des Erzgebirges produziert wurden. Das hat das Landgericht Leipzig entschieden. Bei Verstößen droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro.

Teile in Asien gefertigt

Das Gericht gab damit einer Klage des Verbands der Erzgebirgischen Spielzeug- und Kunsthandwerker statt. Dieser hatte geklagt, weil Produkte von Sigro nur teilweise im Erzgebirge gefertigt wurden - bei Pyramiden war es zum Beispiel das Gestell, während die Figuren in Asien zugekauft wurden. Das sei Kundentäuschung, begründete Verbandsgeschäftsführer Dieter Uhlmann die Klage.

Beide Seiten mit Urteil nicht einverstanden

Der Verband wollte zudem gerichtlich durchsetzen, das Sigro Auskunft über die Anzahl der verkauften "Hybridprodukte" gibt, um für seine Mitglieder Schadenersatzforderungen geltend machen zu können. Diesen Teil der Klage wies das Landgericht Leipzig allerdings ab. Deswegen haben die Männelmacher aus dem Erzgebirge Berufung gegen das Urteil eingelegt, wie Uhlmann MDR SACHSEN sagte. Sigro wiederum will die Unterlassungsanordnung des Leipziger Landgerichts nicht hinnehmen. Deshalb beschäftigt sich ab dem 10. März das Oberlandesgericht in Dresden mit dem Fall.

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.02.2020 | 18:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2020, 21:51 Uhr

6 Kommentare

bert adorf vor 5 Wochen

Warum darf eine Firma aus dem Vogtland überhaupt mit "aus dem Erzgebirge" werben? Das ist doch schon Etikettenschwindel. Mit Teilen aus Asien erst recht.

Bernd_wb vor 5 Wochen

Das ist richtig. Sachsen hat zu lange an der Seite Napoleons gekämpft und musste daher viele Orte abgeben. Aber wenn ich Volkskunst kaufe möchte ich auch dass es aus der Region kommt. Aber da ich schon Urlaub im Erzgebirge gebucht habe werde ich die Werkstätten auch besuchen.

Rotti vor 5 Wochen

Das ist der Fluch der Globalisierung.
Aber Plagiate hat es schon zu allen Zeiten gegeben (zwar nicht so häufig wie heute).
Wer Wendt und Kühn in Seiffen besucht, der kann dazu eine Menge beim schmökern der Firmengeschichte erfahren.
Übrigens sind die Erzgebirgler beim Thema Diebstahl auch vollkommen humorlos. Und das ist gut so!

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