Nach Besucherandrang Polizei soll Seiffen bei Corona-Kontrollen unterstützen

Personen vor einer weihnachtlichen Imbissbude
Am ersten Adventswochenende erlebte Seiffen einen Besucheransturm. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Der Landkreis Erzgebirge, die Polizeidirektion Chemnitz und der Seiffener Bürgermeister Martin Wittig haben sich am Dienstag auf schärfere Polizeikontrollen in der Gemeinde geeinigt. Diese sollen insbesondere am kommenden Wochenende durchgeführt werden.

Es sei ein sehr kontruktives Gespräch gewesen, sagte Bürgermeister Wittig im Gespräch mit MDR SACHSEN. "Ich bin froh über die Unterstützung, die wir demnächst von der Polizei erhalten werden." Die kleine Gemeinde sei kaum in der Lage, über das eigene Ordnungsamt ausreichend Kontrollen durchzuführen. "Wir werden aber auch noch mal unsere Händler sensibilisieren", betonte Wittig. Mit den Maßnahmen soll ein so starker Besucheransturm wie am vergangenen Wochenende verhindert werden.

Seiffen im Erzgebirge eröffnet Weihnachtssaison
In Seiffen ist quasi das ganze Jahr über Weihnachten. Hier leben und arbeiten besonders viele Kunsthandwerker. Das zieht viele Besucher an. Bildrechte: dpa

Es hat also gerade am Wochenende sehr viele Leute nach Seiffen gezogen und das ist ein Punkt, der uns einerseits freut. Aber andererseits wäre es auch schon wichtig, dass die Leute, also unsere Gäste, die entsprechenden Vorschriften auch einhalten. Und insofern bin ich froh, wenn wir jetzt von Polizisten in Uniform unterstützt werden.

Martin Wittig Bürgermeister Seiffen

Männlmacher Tino Günther fertigt Räuchermann Dr. Drosten
Aus Seiffen stammt sogar einer der führendsten Virologen Deutschlands - natürlich als Räuchermann. Bildrechte: Dirk Sukow

Landrat: Solche Bilder nicht mehr sehen

Landrat Frank Vogel sagte vor dem Gespräch in Seiffen auf Anfrage von MDR SACHSEN, solche Zustände wie am vergangenen Wochenende seien nicht zu dulden. Man wolle solche Bilder künftig nicht mehr sehen, ergänzte er mit Blick auf das Pandemiegeschehen. Hunderte Besucher hatten sich in den Straßen gedrängt, wodurch die Abstandsregeln kaum eingehalten werden konnten. In einigen Geschäften waren deutlich mehr als die zugelassenen Besucher. Nach Aussage von Seiffens Bürgemeister Martin Wittig hat sich der übergroße Anteil der Besucher an die Corona-Bestimmungen gehalten.

Situation in Krankenhäusern spitzt sich zu

Vogel verteidigte die sachsenweit einheitlichen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie. Da etwa Schul- und Arbeitswege auch über Kreisgrenzen hinweg führten, seien regional begrenzte Regeln nicht sinnvoll.

Die Situation in den Krankenhäusern des Erzgebirges bezeichnet Vogel als nach wie vor angespannt. Die Lage spitze sich durch Krankheitsfälle beim Personal weiter zu. Der Erzgebirgskreis gilt als einer der Hotspots der Corona-Pandemie in Sachsen.

Sorgen hat der Landrat vor dem Januar, dann könnten Lockerungen über Weihnachten und den Jahreswechsel zu weiter steigenden Infektionszahlen führen. Zudem müsse damit gerechnet werden, dass Patientenzahlen in den Kliniken steigen, ergänzte ein Sprecher des Landratsamtes.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.12.2020 | 08:40 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 29.11.2020

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