Blick auf eine Stadionkurve mit Stehplätzen fürs Publikum, einem mit einem grünen Netz eingewickelten Stadionturm mit großer Anzeigetafel.
So sieht das Sportforum derzeit aus. Bildrechte: Stadt Chemnitz

Bewerbung um Kulturhauptstadt 2025 Chemnitz startet nationale Bewerbungsphase zur Kulturhauptstadt 2025

Unter dem Motto "Im Gespräch bleiben" hat Chemnitz heute offiziell seine nationale Bewerbungsphase für den Titel "Europäische Kulturhauptstadt 2025" gestartet. Zur Diskussion standen 18 Flächen und Projekte.

von Brigitte Pfüller

Blick auf eine Stadionkurve mit Stehplätzen fürs Publikum, einem mit einem grünen Netz eingewickelten Stadionturm mit großer Anzeigetafel.
So sieht das Sportforum derzeit aus. Bildrechte: Stadt Chemnitz

Beim Bürgerdialog in der historischen Hartmannhalle ging es um Zukunft und um Visionen für Chemnitz. Ziel ist es, die Stadt gemeinsam mit den Einwohnern im europäischen Kontext attraktiver zu machen. Die zur Diskussion gestellten Flächen und Themen reichten von Kultur, Umwelt und Sport bis hin zu ganzen Stadtvierteln.

Die meisten Stimmen für Schmidt-Rottluff

Innenansicht einer historischen Mühle.
Die meisten Bürger haben ihre Stimme für das künftige Begegnungszentrum Schmidt-Rottluff abgegeben. Bildrechte: Förderverein Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz e.V.

Die meisten Bürger gaben ihre Stimme dem Areal Schmidt-Rottluff, das als überregionales Begegnungszentrum im Gedächtnis an den weltberühmten Künstler Gäste aus nah und fern in die Stadt holen soll. Danach folgte das Projekt "Stadt am Fluss". Damit würden der Chemnitzfluss und seine Uferbereiche stärker als Natur- und Naherholungsgebiet im Stadtbild verankert. Viel Zustimmung erhielt auch das Sportforum Chemnitz. Hier geht es unter anderem um die Sanierung des Stadionturmes. Das denkmalgeschützte Bauwerk soll nach seiner Rekonstruktion als Olympiastützpunkt Chemnitz/Dresden genutzt werden.

Vielfalt als Pluspunkt

Künftige Planung für das Sportforum und den Stadionturm.
Pläne für die Sanierung von Stadion und Turm des Sportforums. Bildrechte: Stadt Chemnitz

"Ich habe mich gefreut, dass so viele Bürger gekommen sind", sagte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. "Ich habe kein Lieblingsvorhaben. Ich denke, die Vielfalt spricht für Chemnitz." So wurden weiterhin das Sächsische Eisenbahnmuseum, der Wismut-Kulturpalast, das Eisenbahnviadukt über die Annaberger Straße oder eine Stefan-Heym-Arbeitsbibliothek vorgestellt. Sogar der Veranstaltungsort, die denkmalgeschützte Hartmannhalle als letzte noch vorhandene Produktionsstätte vom Stammwerk des Chemnitzer Eisenbahnpioniers Richard Hartmann, ist eines der künftigen Kulturhauptstadtprojekte.

Auch der sächsische Finanzminister Matthias Haß bescheinigte der Stadt gute Perspektiven. "Ich sehe Chemnitz als ideenreiche Kommune, die viele Entwicklungsmöglichkeiten hat", sagte er zum Auftakt des Dialogs.

Jugend mehr einbeziehen

In der Bürgerdiskussion um Visionen und Zukunftsziele bei der Kulturhauptstadtbewerbung wünschten sich viele Chemnitzer Einwohner, dass die Jugend mehr einbezogen werden soll. Auch der Generationendialog dürfe nicht zu kurz kommen. Weitere Wünsche waren die Verbesserung des Nahverkehrs und die überregionale Anbindung.

"Die Kulturhauptstadt-Bewerbung ist die große Chance, die Entwicklung der Stadt mit Kreativität und Lebensfreude zu befeuern und neue Szenarien für ein vielfältiges und offenes Miteinander zu entwerfen", sagte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig mit Blick auf die nächsten Monate.

Quelle: MDR/nk/bpf

AKTUELLES AUS SACHSEN

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 27. Oktober 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2018, 17:55 Uhr

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4 Kommentare

28.10.2018 22:29 Udo Degen 4

Warum wurden die Gemäuer von Richard Hartmann nicht in der Vergangenheit auf Vordermann gebracht?
Was das Verhalten der Bürgermeisterin angeht,
haben alle bei den Vorfällen um den Mord der dort geschehen ist, gesehen. Die Reaktionen waren zu spät. Da schreibt man sich immer Weltoffenheit auf die Fahnen, am Ende ist es die Politik die dort versagt hat. Diese war nie für die Menschen, sondern immer gegen diese.

28.10.2018 13:56 Sachse43 3

Kultur und Chemnitz?
Maximal Industriekultur für die graue Stadt.

28.10.2018 12:40 Klara Morgenrot 2

Der Zug ist abgefahren.
Man hat in der Vergangenheit die Jugend nicht mit einbezogen.
Negative Schlagzeilen sind populär,
keine positiven. Das sind die Tatsachen. Kulturhauptstadt, da muss mehr kommen.

28.10.2018 12:03 Oskar 1

Eine Frage bleibt offen: Welche Rolle soll das jetzt noch vom CFC genutzte Stadion an der Gellertstraße in dem Konzept "Kulturhauptstadt" spielen? Das Stadion wird ja höchstwahrscheinlich 2025 nicht mehr vom CFC genutzt, da könnte man es gleich mit in das Konzept integrieren.

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