beschädigter Flyer mit CFC Logo auf dem Boden
Bildrechte: IMAGO

Wie weiter? Chemnitzer FC verliert Hauptsponsor

Der Chemnitzer FC hat sich von seinem Hauptsponsor Eins Energie getrennt. Nach Angaben des CFC-Insolvenzverwalters sind die Vertragsbedingungen für einen neuen Sponsoringvertrag nicht mit dem Insolvenzrecht vereinbar.

beschädigter Flyer mit CFC Logo auf dem Boden
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Der insolvente Viertligist Chemnitzer FC hat seinen Hauptsponsor verloren. Wie CFC-Insolvenzverwalter Klaus Siemon am Donnerstag bekanntgab, sind die Bedingungen für einen neuen Sponsoringvertrag für den Verein unzumutbar. Bisher hatte Hauptsponsor Eins Energie den Verein finanziell unterstützt und ihm 2017 sogar ein Darlehen über 1,5 Millionen Euro gewährt.

Eins hält sich bedeckt

Das Energieunternehmen hat laut eigener Aussage dem Verein ein neues Sponsoring-Gesamtpaket angeboten. "Dazu zählt auch eine Abänderung der Kooperationsvereinbarung, da diese nicht für die Regionalliga gilt. In Summe hätte dem CFC ein sechsstelliger Betrag pro Jahr zur Verfügung gestanden", sagte ein Unternehmenssprecher MDR SACHSEN. Zu Einzelheiten des Vertrages wollte sich der Energieversorger nicht äußern, da der Vertragsentwurf vertraulich sei.

CFC "Keine Bevorzugung einzelner Gläubiger"

Klaus Siemon, Insolvenzverwalter, spricht während einer Pressekonferenz.
Der CFC-Insolvenzverwalter Klaus Siemon hält nichts vom neuen Sponsoren-Angebot. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Weit offener zeigte sich der CFC. Insolvenzverwalter Klaus Siemon teilte MDR SACHSEN mit, warum der Verein das Angebot nicht angenommen hat. In dem neuen Sponsoren-Vertrag habe sich der CFC verpflichten sollen, den Betrag von 1,5 Millionen Euro, den Eins dem CFC 2017 auf der Grundlage eines Kooperationsvertrages geliehen hatte, zurückzuzahlen. "Die Rückzahlung dieses Betrages von 1,5 Millionen Euro durch den Insolvenzverwalter und die Eingehung einer entsprechenden Verpflichtung wäre in hohem Maße amtspflichtwidrig gewesen. Sie wäre rechtlich auch nicht wirksam gewesen", so Siemon. Der Betrag von 1,5 Millionen Euro sei eine Insolvenzforderung und demgemäß zu behandeln. Eine Bevorzugung einzelner Gläubiger sei unzulässig, so der Insolvenzverwalter.

"Ein 'weiter so' wird es nicht geben"

Zudem sollte der Insolvenzverwalter die dem CFC zukünftig zustehenden Fernsehgelder in Höhe von fünf Prozent an Eins zahlen und abtreten. Das Vertragsverhältnis sollte laut Siemon bis zum Jahr 2028 laufen. "Bei einer Zugehörigkeit zur 2. Liga hätte dies zusätzlich zu der jährlichen Rückzahlung der 1,5 Millionen Euro einem Betrag von 400.000 Euro jährlich entsprochen und dies bei einer gleichzeitigen Sponsorenleistung der Eins von lediglich 150.000 Euro", heißt es in einer Erklärung Siemons, die dem MDR vorliegt. Aus Gläubigersicht sei es so, dass viele Beteiligte im Umfeld des Chemnitzer FC die Wirkungen der Insolvenzeröffnung noch nicht richtig realisiert haben. "Ein 'weiter so' kann und wird es nicht geben."

Quelle: MDR/mwa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.07.2018 | 18:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2018, 19:08 Uhr

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29 Kommentare

14.07.2018 13:11 Mythos Wismut Aue 29

@25 Leo war seit 25 Jahren nie weg. Und Spielzeug ist Aue mit Sicherheit nicht fürdie Leos, denn die sind Wismut Aue. Soweit unten war Aue nie und wird es niemals sein. Hier wird Fußball gelebt. Nicht wieder vor Neid stampfen. Ihr bleibt auf viele Jahre in der Versenkung und das ist gut so. Flieg nicht so hoch...

13.07.2018 22:01 Paule 28

Herr Simon, können sie noch ruhig schlafen? Nach solchen "Taten" tut sich nämlich ein normaler Mensch schwer damit.

13.07.2018 16:35 TYPISCH PL-FUHRE-ANDY: PATRIOT UND LIEBHABER DER GEMEINDEN UND ALL IHREN VEREINEN 27

Wenn das so weitergeht wird der CFC ganz zerschlagen. Mit Streichung aus dem Vereinsregister. Danach Neugründung unter neuem Namen.
Vorschlag : RasenBall Chemnitz e. V.

13.07.2018 14:48 karl 26

@23 wer bildungsresistent falsch schreibt, sollte vielleicht gar nicht mehr schreiben - vielleicht kann man das ja auch bei der Wismut lernen - selten so gelacht :-)

13.07.2018 14:03 XXX 25

Also, ich habe weder Rechtswissenschaften studiert noch kenne ich mich, wie anscheinend alle anderen hier, im Insolvenzrecht aus.
Wenn der IV einen Vertrag ablehnt, wird es dafür Gründe, z.B. Sittenwidrig oder mit Insolvenzrecht nicht vereinbar, geben.
Des weiteren redet niemand vom Aufstieg. Der IV hat nur am Beispiel der 2.Liga verdeutlicht, was diese 5% Beteiligung von EinsEnergie an den TV Geldern bedeutet.
Nämlich, dass der CFC drauflegen würde.
Würde es sogar in die 1.Liga gehen, bekäme der Energieversorger jährlich mehr Geld als er in 10 Jahren zur Verfügung gestellt hat.
Die Energiekosten werden sicher wegen der 1,5 Mio, die bereits ausgezahlt wurden und somit zur Insolvenzmasse gehören, nicht steigen.
Die Schlachter sollen mal abwarten, was mit ihrer "grossen BSG" passiert, wenn der Helge und seine Familie sich ein neues Spielzeug suchen. Sah es da nicht schon mal düster aus, als sie weg waren?

13.07.2018 12:37 chemnitzer 24

@14, das ist doch totaler Quatsch was sie schreiben. Wenn Spieler gehen müssen neue kommen. Die Gehaltskosten wurden um 50-60% gesenkt und wer schreibt bzw sagt denn von den Verantwortlichen was vom sofortigen Wiederaufstieg?

13.07.2018 12:20 Kippt Nischel 23

Der Sponsor ist im Schacht herzlich willkommen. Dort ist das Geld vorzüglich angelegt. Schande, dass Rußchams jetzt gegen Altglienicke spielen darf. Die gehören noch weiter runter. Flieg nicht so hoch...ist auf Ewigkeit in der Versenkung verschwunden. Lernen einfach nicht von der großen Wismut. Bildungresistent.

13.07.2018 11:54 Fan Achim 22

Hallo Chemnitzer@13 Ja bestehende Verbindlichkeiten sollten erst einmal beglichen werden und wenn dann noch Geld übrig ist kann man in neue Spieler investieren. Kleinere Vereine wie Auerbach, Bautzen, zfc und nun auch Halberstadt haben das erkannt und geben nur das aus was sie verantworten können. Spieler die wir sehr gern hätten wie z.Z bei unseren Verein der Fall, die wir aber nicht bezahlen können müssen wir leider ziehen lassen.Das nennt man vernünftig wirtschaften und vielleicht sogar abzusteigen. Im Fall des CFC und auch RWE habe ich leider nicht diesen Eindruck. Beide Vereine verstärken sich mit Spielern die zwar ablösefrei sind, aber die auch nicht für ein Appel und ein Ei nach Chemnitz oder Erfurt kommen oder weil beides so schöne Städte sind. Für mich sind diese beiden Insolvenzvereine mit ihren Machenschaften Wettbewerbsverzerrer die bis in die Landesklasse abgestuft gehören. Eine Insolvenz noch nicht ausgestanden und den Grundstein für die nächste schon gelegt.

13.07.2018 11:34 Marks 21

Mir tun die neuen Gremien leid, die sich ehrenamtlich und aufopferungsvoll für das Wohl des Clubs eingebracht haben.

13.07.2018 11:25 Karl 20

Wenn an die Information vom IV richtig deutet, soll jetzt ein Kredit von 1,5 Millionen der mit der Insolvenz auch zum Teil wegfallen wird über den neuen Sponsoringvertrag doch noch voll zurückbezahlt werden und dafür gibts 150.000 pro Jahr abzüglich Fernsehgelder in Höhe von 5%.

Wäre man beim CFC ja schön blöd sich durch die Hintertüre diese Schulden wieder ins Boot zu holen.

Die Stadtwerke sind Ihren Kunden gegenüber auch nicht für Tiefstpreise bekannt, somit bezahlt das auch kein Steuerzahler mit - sondern die faulen Kunden, die zu blöd zum wechseln sind.

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