Kameras in der City Chemnitz beschließt Videoüberwachung

In Chemnitz werden ab Herbst Kameras für die Überwachung der Innenstadt installiert. Das hat der Stadtrat auf seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen. Für die Videoüberwachung stimmten 31 Stadträte, dagegen zwölf und drei enthielten sich der Stimme. Damit ist der Weg frei, ab September die ersten von insgesamt 38 Kameras an besonders kriminalitätsgefährdeten Punkten in der Chemnitzer City zu installieren. Das Vorhaben kostet laut Stadt etwa 420.000 Euro.

Contra: Kameras verdrängen die Kriminalität

Der Abstimmung ging eine teils heftig geführte Diskussion voraus. Vor allem aus der Grünen-Fraktion und von den Piraten kam Kritik an dem Vorhaben. Christian Furtenbacher von Bündnis90/Die Grünen sagte, "Videoüberwachung verhindert keine Straftaten sondern verdrängt sie." Er könne sich nicht vorstellen, dass sich zum Beispiel ein Drogendealer einen neuen Job suche. "Der sucht sich einfach einen neuen Platz", so der Grünen-Stadtrat. Sein Fraktionskollege Thomas Lehmann sagte, Kameras könnten keine Täter verfolgen oder Betroffenen helfen. "Wir brauchen mehr Polizisten oder Streetworker auf der Straße", so Lehmann.

Pro: Technik und mehr Beamte

Chemnitz Innenstadt Zentralhaltestelle
Kriminalitätsschwerpunkte wie der Stadthallenpark (oben) oder die Zentralhaltestelle sollen mit Kameras überwacht werden. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Alexander Dirks von der Fraktion CDU/FDP fand dieses Argument unseriös. "Wir dürfen beide Ansätze nicht gegeneinander ausspielen. Wir brauchen sowohl Kameras als auch Polizeibeamte und Streetworker." Lars Fassmann von der Fraktion Volkssolidarität/Piraten brachte seine Position auf den Punkt und sagte: "Videoüberwachung ist Schwachsinn". Eine effektive Überwachung würde mindestens 800.000 Euro kosten. Detlef Müller von der SPD machte deutlich, dass die meisten Bürger die Videoüberwachung positiv beurteilten. Die Linkspartei konnte keine einheitliche Haltung finden. Bei den Sozialisten gibt es Befürworter und Kritiker der Videoüberwachung.

Die Pläne sehen vor, Teile der Chemnitzer City, wie die Zentralhaltestelle oder den Stadthallenpark mit Kameras zu überwachen. An dem Projekt beteiligen sich neben der Stadt die Polizei, der Nahverkehrsbetrieb und der Stadthallenbetreiber C3.

Quelle: MDR/mwa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 23.05.2018 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 24. Mai 2018, 11:40 Uhr

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7 Kommentare

24.05.2018 17:41 Wolis 7

Die paar Kameras sind harmlos. Wenn aber eine Sparkasse Kundendaten weiter gibt ist das nicht mehr lustig.

24.05.2018 15:43 MuellerF 6

Man sollte sich nicht zu viel von dieser Überwachung versprechen: ein Großteil der Straftaten in der "City" sind a) Drogendelikte & b) (Laden-) Diebstähle. a) wird in andere Bereiche verdrängt, b) von der Überwachung nicht/kaum erfasst. Spontane gewalttätige Übergriffe werden durch die Cams auch nicht verhindert werden.

24.05.2018 15:37 Wolpertinger 5

Ist das Vorhaben DSGVO konform ?

24.05.2018 15:33 A. 4

24.05.2018 12:40 Alf
Weil die roten und grünen hier das Sagen haben.

24.05.2018 13:02 Mandy 3

Ohne Kontrolle der Menschen geht es nicht. Menschen können nur durch "Druck" regiert werden.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. (Altes Sprichwort)

24.05.2018 12:40 Alf 2

Warum nur klappt das woanders? Im UK z.B. stört das keinen Menschen.

24.05.2018 12:12 Leser 1

Wurden da die Linken und die Grünen gefragt?

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