Zwei Angeklagte sitzen mit ihren Verteidigern auf einer Anklagebank, dahinter stehen Justizbeamte.
Die beiden Angeklagten ließen durch Ihre Verteidiger Geständnisse verlesen. Bildrechte: MDR/Sven Böttger

Prozessbeginn in Chemnitz Syrer wegen Totschlags an Landsmann angeklagt

Zwei Angeklagte sitzen mit ihren Verteidigern auf einer Anklagebank, dahinter stehen Justizbeamte.
Die beiden Angeklagten ließen durch Ihre Verteidiger Geständnisse verlesen. Bildrechte: MDR/Sven Böttger

Am Landgericht Chemnitz hat am Montag der Prozess gegen zwei 21 und 25 Jahre alte Männer aus Syrien wegen gemeinschaftlichen Totschlages begonnen. Die beiden Männer sollen im Herbst vergangenen Jahres einen 21 Jahre alten Landsmann im Chemnitzer Stadtpark erstochen haben.

Angeklagte legen Geständnis ab

Beide Angeklagte ließen zu Beginn der Verhandlung von ihren Verteidigern Erklärungen verlesen. Danach gaben sie zu, am 10. September 2017 ihren Landsmann mit Messerstichen verletzt zu haben. Als Motiv gaben sie Kränkung und verletztes Ehrgefühl an. Das Opfer war in der Folge des Messerangriffs verblutet. Der jüngere Beschuldigte räumte ein, einen Streit mit dem Opfer gehabt zu haben, aber nicht direkt an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Der 25-Jährige gab zu, mehrfach auf das Opfer eingestochen zu haben.

Eifersucht als Tatmotiv

Laut Gerichtssprecherin Marika Lang war ein Beziehungskonflikt Auslöser für die Tat. Der 21 Jahre alte Angeklagte soll in die Freundin des Opfers verliebt gewesen sein. Die Männer trafen sich deshalb zu einer Aussprache im Stadtpark. Der ältere Angeklagte habe sich ebenfalls dort eingefunden. Die beiden mutmaßlichen Täter sollen Messer bei sich getragen haben.

Während der Aussprache soll der 25-Jährige dem Opfer dann zweimal unvermittelt in den Brust- und Bauchbereich gestochen haben. Nach Angaben der Gerichtssprecherin gelang es dem Opfer noch, in Richtung des Sportcenters zu flüchten. Der jüngere Angeklagte soll daraufhin ebenfalls versucht haben, auf den Mann einzustechen, habe aufgrund der Hilferufe aber von dem Opfer abgelassen und sei geflohen.

Der 21-Jährige ist laut Gericht unmittelbar nach der Tat verblutet. In den folgenden Verhandlungstagen soll geklärt werden, ob die Angeklagten sich im Vorfeld der Tat bereits zu einem Angriff auf ihr späteres Opfer verabredet hatten. Die Verteidigung bestreitet das. Den Angeklagten drohen wegen gemeinschaftlich begangenen Totschlages bis zu zehn Jahre Haft.

Quelle: MDR/ms/tfr/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.04.2018 | 07:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2018, 18:03 Uhr