Die Ausstellungshallen der Chemnitzer Automesse
Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Neues Konzept Autosalon Chemnitz will sich neu erfinden

Die Ausstellungshallen der Chemnitzer Automesse
Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Die Messe "Mobil³" feiert an diesem Wochenende in Chemnitz Premiere. Sie löst den bisherigen Chemnitzer Autosalon ab. In den Hallen werden nicht mehr ausschließlich Autos präsentiert. Bis Sonntagabend gibt es auch Motorräder und Fahrräder zu sehen.

"Viele fanden den Autosalon nach 15 Jahren verstaubt", erklärt Messechef André Rehn das neue Konzept. "Außerdem wollten wir alle ansprechen, die sich für Mobilität interessieren. Und nicht zuletzt hat es sich ausgezahlt, den Fokus auf Umwelt und alternative Antriebe zu legen." Mit den Besucherzahlen ist Rehn zufrieden. Denn trotz der überaus winterlichen Bedingungen strömten allein an den ersten zwei Tagen etwa 5.000 Besucher auf die Messe.

Autoschlosser gesucht

Ein Mann steht hinter dem Modell eines Elektroantriebes für PKW
Tilo Hofmann berät Berufsanfänger. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Neben Autohäusern, die ihr Angebot zeigen, sind auch Vertreter der sächsischen Kfz-Innung in Chemnitz. Tilo Hofmann stellt an seinem Stand verschiedene Ausbildungsberufe vor. Hofmann hat alle Infos über die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker oder zum Automobilkaufmann. "Wenn jemand Interesse hat, können wir den gleich an die Aussteller hier in der Halle weiterleiten", sagt er. Denn die Branche sucht dringend nach Bewerbern. Vor fünf Jahren kamen laut dem Experten noch 20 Bewerber auf eine Stelle. Derzeit sei es schwer, überhaupt gute Lehrlinge zu bekommen. "Für die Bewerber sind die Bedingungen so gut wie noch nie", sagt der Ausbildungsexperte.

Seifenkiste mit über 70

 Zwei Männer stehen an einem kleinen Rennauto einer modernen Seifenkiste
Seifenkisten-Freaks unter sich. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Unter den vielen Besuchern schlendert auch das Ehepaar Rottluff durch die Gänge. "Wir brauchen zwar keinen Neuwagen, aber wir verschaffen uns einen Überblick", sagt Peter Rottluff. Der Chemnitzer Rentner ist Autofan und fährt in seiner Freizeit Rennen mit einer Seifenkiste. An einem Stand hat er einen Fahrerkollegen getroffen. Rick Martin ist 60 Jahre jünger und präsentiert auf der Messe sein Fahrzeug. "Die Seifenkisten haben gute Bremsen aber keinen Motor. Die Rennläufe werden gestoppt und der Schnellste gewinnt", erklärt der Nachwuchsrennfahrer.

Brennstoffzellen und Fahrräder ohne Rahmen

Am Messestand der alternativen Antriebe können sich die Besucher über Elektrofahrzeuge, autonomes Fahren oder Brennstoffzellenantriebe informieren. Ein Studentenprojekt der TU Chemnitz zeigt sein selbstgebautes Brennstoffzellenauto. Es wird von einem Wasserstoffmotor mit einem Kilowatt Leistung angetrieben.

Ein junger Mann mit Basecap stellt ein neu entwickeltes Fahrrad vor
Sven Gläser erklärt das Prinzip des "Bowbikes". Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Aus einem anderen Studentenprojekt ist die Idee eines neuen Fahrrades, des Bowbikes, entstanden. Sven Gläser zeigt, was das Besondere ist. "Der Rahmen hat keinen Unterzug und besteht aus Carbon. Unterrohr und Kettenstreben haben wir durch ein fest gespanntes Seil ersetzt. Der Rahmen ist somit wie ein Bogen gespannt. Deswegen Bowbike von Bogen auf Englisch." Im Sommer wollen Gläser und seine Kumpels eine Firma gründen und mit der Produktion beginnen. Das ultraleichte Rad wollen die Chemnitzer Jungingenieure bis Jahresende in den Handel bringen.

Quelle: MDR/mwa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.03.2018 | 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 17. März 2018, 19:27 Uhr

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