Chemnitz Anklage nach Angriff auf Wirt von jüdischem Restaurant erhoben

Eine goldfarbene Justitia-Figur steht im Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg vor Aktenbergen.
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Im Nachgang der rechten Ausschreitungen in Chemnitz im August 2018 ist Anklage gegen einen 29-Jährigen aus Niedersachsen erhoben worden. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mitteilte, werden ihm gefährliche Körperverletzung, schwerer Landfriedensbruch und Sachbeschädigung vorgeworfen.

Bei der Anklage geht es um einen Angriff auf den Besitzer des jüdischen Restaurants Schalom. Er war vor dem Lokal von mehreren Personen beleidigt und mit Schottersteinen und einer Bierflasche beworfen worden. Dabei wurde der Wirt an der Schulter verletzt.

Staatsanwaltschaft: Rechtsextremes Tatmotiv

Als mutmaßlicher Täter wurde der 29 Jahre alte Deutsche aus Niedersachsen ermittelt. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden geht von einer rechtsextremen Tatmotivation aus. Dem vorbestraften Mann droht laut Gesetz eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Er habe sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Ende August und im September 2018 war es in Chemnitz zu Ausschreitungen gekommen. Hintergrund war der gewaltsame Tod eines 35 Jahre alten Deutschen am Rande des Stadtfestes. Für die Tat wurden Asylbewerber verantwortlich gemacht. Ein Syrer wurde im August 2019 wegen Totschlags und schweren Körperverletzung zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.01.2021 | ab 16:00 Uhr in den Nachrichten

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