11.12.2019 | 17:18 Uhr - Update Nach Klage: Chemnitzer FC muss Daniel Frahn weiter beschäftigen

Daniel Frahn
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Das Arbeitsgericht Chemnitz hat am Mittwoch der KLage des Fußballers Daniel Frahns Klage gegen den Chemnitzer FC stattgegeben. Das Gericht urteilte, dass der Chemnitzer FC Frahn weiter beschäftigen muss. Laut seinen Anwälten will der Spieler bereits am Donnerstag wieder mit der Mannschaft trainieren.

Die Gründe für eine außerordentliche Kündigung reichen nicht aus

Burkhard Houbertz Direktor des Arbeitsgerichtes Chemnitz

Mit dem Urteil sei die Kündigung aufgehoben und der Verein zur Weiterbeschäftigung und Nachzahlung des Gehalts verpflichtet.

Der damals verletzte Frahn soll im August als Zuschauer während eines Auswärtsspiels in Halle offen Sympathie zu führendenden Köpfen rechtsgesinnter Gruppierungen zur Schau gestellt haben. Darunter auch zu der bekannten rechtsextremen Gruppe Kaotic Chemnitz. Damit habe sich der Fußballer massiv vereinsschädigend verhalten", erklärte der Drittligist.

Als Begründung für die Kündigung führte der Drittligist an, dass sich der damals verletzte Frahn am 3. August als Zuschauer während des Auswärtsspiels in Halle durch offensichtlich zur Schau gestellter Sympathie zu führenden Köpfen rechtsgesinnter Gruppierungen, insbesondere Kaotic Chemnitz, massiv vereinsschädigend verhalten habe.

Dieser Argumentation stellte das Gericht die eigene widersprüchliche Verhaltensweise des Vereins gegenüber. Indem er bei der Aufstiegsfeier zwei Mitglieder von Kaotic Chemnitz zur Mannschaft in die Kabine gelassen hatte, hätte sich der Verein selbst nicht an seine Grundsätze gehalten.

Wir sehen unseren Mandanten vollständig rehabilitiert. Wir sehen die Anschuldigungen, die hier erhoben worden sind, als luftleer und substanzlos.

Christian Schößling Anwälten von Christian Frahn

Chemnitzer FC geht in Berufung

Der Chemnitzer FC kündigte in einer Pressemitteilung an, das Urteil nicht zu akzeptieren und Berufung einzulegen. "Daniel Frahn wird also auch weiterhin nicht am Trainings- und Spielbetrieb des Chemnitzer FC teilnehmen", so die Mitteilung.

Daniel Frahn
Daniel Frahn Bildrechte: imago images / Picture Point

Insolvenzverwalter: "Das Urteil ist ein Skandal"

Auch Insolvenzverwalter Klaus Simon will das Urteil nicht hinnehmen. "Das Urteil ist ein Skandal", sagte er dem Sportinformationsdienst. "Wer öffentlich seine rechtsradikale Gesinnung zur Schau stellt, kann doch nicht so einfach wieder in die Mannschaft integriert werden. Ich weiß nicht, wie sich das Gericht die Sache vorstellt."

Ende August hatte Frahn eine Erklärung verbreitet, in der er sich von den Vorwürfen distanzierte. Der Stürmer war gegen seine Entlassung juristisch vorgegangen und hatte Klage eingereicht. Ein erster Gütetermin im September vor dem Chemnitzer Arbeitsgericht brachte keine Einigung.

Quelle: MDR/lam/al/sid

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.12.2019 | 10:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 11. Dezember 2019, 17:18 Uhr

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