05.09.2019 | 16:10 Uhr Chemnitzerin erhält ARD/ZDF-Förderpreis

Stefanie Müller
Stefanie Müller schrieb an der TU Chemnitz ihre Dissertation "Systematisierung und Identifizierung von Störquellen und Störerscheinungen in zeithistorischen Videodokumenten am Beispiel digitalisierter Videobestände sächsischer Lokalfernsehsender". Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Die Chemnitzerin Stefanie Müller wird am Freitag mit dem ARD/ZDF-Förderpreis "Frauen und Medientechnologie" ausgezeichnet. Sie hat ein Verfahren entwickelt, mit dem man altes Videomaterial auf Fehler untersuchen kann und darüber an der TU Chemnitz ihre Dissertation geschrieben.

"Die erste Frage war, wie kann man diese Fehlersuche irgendwie automatisieren oder maschinell unterstützen", sagt Müller über ihre Arbeit. "Es ist natürlich extrem aufwändig, wenn man sich so ein Video von vorne bis hinten anschauen muss und da Frame für Frame dokumentieren soll, ob ein Fehler drin ist und was für ein Fehler drin ist."

Stefanie Müller, Preisträgerin 2019
Bildrechte: ARD/ZDF Förderpreis/privat

Stefanie Müller Stefanie Müller stammt aus Chemnitz. Sie ging zum Bachelorstudium in Medientechnik an die Hochschule Mittweida und danach zum Masterstudium im selben Fach an die Technische Hochschule Deggendorf.

Studienbegleitend arbeitete sie jahrelang in der Medienproduktion, vor allem als Kamerafrau und Cutterin.
Nach der Rückkehr nach Chemnitz 2012 promovierte sie an der TU und wurde Leiterin des TV-Studios der Universität.

Für den ARD/ZDF-Förderpreis "Frauen und Medientechnologie" waren zehn Frauen nominiert. Stefanie Müller hat es unter die letzten drei geschafft und erhält am Freitag in Berlin einen der Preise.

Für ihre Forschung nutzte sie VHS-Videos der Wendejahre 1991 bis 1996 in Sachsen. Dabei ging es nicht um private Videos, sondern einzigartige und erhaltenswerte Zeitdokumente der deutschen Geschichte. Müllers Verfahren ermöglicht es Archivaren, auf einen Blick die Fehler in digitalisierten VHS-Aufnahmen mit genauer Position zu erkennen, ohne das komplette Material ansehen zu müssen.

Illustration - Videoschnitt
Die Software von Stefanie Müller stellt die Fehler im Videomaterial grafisch dar. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Durch die Digitalisierung wird sehr viel an Kulturgut meiner Ansicht nach gerettet", sagt Maximilian Eibl, der die Dissertation Müllers an der TU Chemnitz betreute. "Stefanies Teil hierbei bezieht sich vor allem darauf, herauszufinden, in welcher technischen Qualität liegt denn das Material überhaupt vor."

Zusätzlich zu ihrer Dissertation entwickelte Müller eine Prototypsoftware, die Fehler im Videomaterial erkennt und grafisch darstellt.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.09.2019 | 13:05 Uhr im Radioreport

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