Openair-Ausstellung Betonfiguren wie du und ich im Schlosspark Lichtenwalde

Sie heißen "Weltverbesserer", "Käthe im Pelz" und "Arbeit oder Pause" - die überlebensgroßen Alltagsmenschen im Schlosspark Lichtenwalde bei Chemnitz. 2015 hatten sie den Schlosspark schon einmal besucht. Nun sind sie wieder da.

Die Künstlerin neben drei ihrer lebensgroßen Figuren
Die Künstlerin Christel Lechner während der Aufbauphase Bildrechte: MDR/Roland Kühnke

Seit Sonnabendvormittag hat der Schlosspark Lichtenwalde ein paar Gäste mehr - und sie bleiben gleich bis Anfang November. Gemeint sind die über 65 Betonfiguren der Künstlerin Christel Lechner. Eine jede an die 100 Kilogramm schwer, sind sie alleinstehend oder in Gruppeninszenierungen liebevoll arrangiert. Wer in deren Gesichter schaut, erkennt Menschen wie "Du und ich", Nachbarn, Verwandte wieder - eben Alltagsmenschen. Zumeist leicht übergewichtig, trotzen die Figuren den gängigen Modetrends und Schönheitsidealen. "Gelebtes Leben ist die natürlichste Form der Schönheit", meint Christel Lechner. "Natürlich sind wir im Alltag nicht immer perfekt, aber das macht uns ja als Menschen aus." In den Gesichtern spiegele sich das Leben wider.

Publikumsmagnet bereits vor vier Jahren

Ist das das Geheimnis der Ausstellung? Bereits 2015 hatte Christel Lechner ihre Alltagsmenschen im Schlosspark Lichtenwalde ausgestellt. Die Figuren wurden zum Publikumsmagnet. Ähnliches erhofft sich Patrizia Meyn von der Schlossbetriebe gGmbH auch von der aktuellen Schau: "Christel Lechner hat ja eine riesengroße Auswahl dieser Figuren und hat wieder ganz andere Inszenierungen und Figuren gefunden, die so perfekt in diese Parklandschaft reinpassen", so Meyn. Mit diesen Figuren lade der Schlosspark einfach noch ein bisschen mehr ein, ist sich die Schlosschefin sicher.

Alltagsmenschen begeistern

Blick von oben auf eine Gruppe von Besuchern, die im Halbrund vor einer Gruppe sitzender Betonfiguren stehen.
Auch am Eröffnungstag ziehen die Figuren zahlreiche Besucher an. Bildrechte: MDR/Mario Unger

Auch Besucher des Parks, die diese Woche während des Aufbaus der Ausstellung bereits einen ersten Blick riskieren konnten, sind sehr angetan von den Betonfiguren. "So schön und überraschend", freut sich eine Parkbesucherin, "man kommt in den Park und auf einmal stehen hier irgendwelche Menschen. Die Idee ist so genial, und ich finde es sehr schön, dass sie das jetzt wiederholen und erweitert haben". Ein älterer Mann schmunzelt ebenfalls: "Das bringt ein bisschen Emotionalität in den Park. Mir gefällt das total".

Lechners Figuren sorgen an vielen Orten für Heiterkeit. Die bundesweit bekannte Künstlerin hat sie unter anderem auf dem Potsdamer Platz in Berlin, auf der Kunstmesse ART Karlsruhe oder in den Niederlanden ausgestellt.

Ausstellung Alltagsmenschen im Schlosspark Lichtenwalde

Seit Sonnabend hat der Schlosspark Lichtenwalde ein paar Gäste mehr - und sie bleiben gleich bis Anfang November. Gemeint sind die über 65 Betonfiguren der Künstlerin Christel Lechner.

Eine gößere Gruppe von überlebensgroßen Betonfiguren sitzt in zwei Stuhlreihen Rücken an Rücken in einem Schlosspark.
Aus der Ferne betrachtet, könnten diese Personen ganz normale Besucher sein. Bildrechte: MDR/Mario Unger
Eine gößere Gruppe von überlebensgroßen Betonfiguren sitzt in zwei Stuhlreihen Rücken an Rücken in einem Schlosspark.
Aus der Ferne betrachtet, könnten diese Personen ganz normale Besucher sein. Bildrechte: MDR/Mario Unger
Nahaufnahme von einer Gruppe überlebensgroßer Betonfiguren.
Erst aus der Nähe sehen die Figuren doch nicht ganz echt aus. Bildrechte: MDR/Mario Unger
Nahaufnahme einer männlichen Betonfigur, im Hintergrund ist eine Parkterasse zu sehen.
Trotzdem scheinen auch Betonköpfe die Sonnenstrahlen im Park genießen zu können. Bildrechte: MDR/Mario Unger
Blick von oben auf eine Gruppe von Besuchern, die im Halbrund vor einer Gruppe sitzender Betonfiguren stehen.
Bereits am Eröffnungstag ziehen die Alltagsmenschen zahlreiche Besucher an. Bildrechte: MDR/Mario Unger
Lebensgroße Skulpturen älterer Frauen, einzeln auf weißen Blöcken sitzend
Barocke Körper vor barocker Schlosskulisse: Die überlebensgroßen Betonfiguren sind jeweils um die 100 Kilogramm schwer. Bildrechte: MDR/Roland Kühnke
Lebensgroße Skulpturen von zwei älteren Männern auf einer Bank
Die Figuren strahlen Ruhe und Authentizität aus. Bildrechte: MDR/Roland Kühnke
Lebensgroße Skulpturen von Hausfrauen auf einer Wiese
Was diese Kittelschürzenträgerinnen wohl gerade zu besprechen haben? Bildrechte: MDR/Roland Kühnke
Lebensgroße Skulpturen, zwei Straßenreniger und ein Mann, sitzend auf einem Palettenstapel
Ein Platz auf dieser "Bank" ist noch frei. Fotos sind erwünscht. Bildrechte: MDR/Roland Kühnke
Die Künstlerin neben drei ihrer lebensgroßen Figuren
Die Künstlerin Christel Lechner während der Aufbauphase. Bildrechte: MDR/Roland Kühnke
Lebensgroße Skulptur von 7 rotgekleideten Frauen auf einer roten Couch
Alltagsfrauen ganz in Rot Bildrechte: MDR/Roland Kühnke
Zwei lebensgroße Skulpturen, ein stehender Mann im Badeanzug und eine Frau bereit ins Wasser zu springen
Schwimmbadszene Bildrechte: MDR/Roland Kühnke
Drei weibliche Betonfiguren sitzen in einer Fußgängerzone, über ihren Köpfen befinden sich altmodische Trockenhauben.
Diese Gruppe sitzt übrigens nicht im Schlosspark, sondern hat es sich auf dem Chemnitzer Rosenhof gemütlich gemacht. Denn aus Anlass der Kulturhauptstadtbewerbung hat die Künstlerin drei ihrer Figuren nach Chemnitz delegiert. Außerdem wird eine Gruppe tanzender Alltagsmenschen auf dem Landesgartenschaugelände in Frankenberg zu sehen sein. Bildrechte: MDR/Mario Unger
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Quelle: MDR/nk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 30.03.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 30. März 2019, 14:22 Uhr

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