Ausstellung "Hass vernichtet" in Chemnitz

"Hass vernichtet" - die 500. Ausstellung der Aktivistin Irmela Mensah-Schramm ist seit dem 2. April in Chemnitz im Smac zu sehen. Die Berlinerin übermalt Hassbotschaften und dokumentiert alles fotografisch.

Imela Mensah-Schramm neben Bildern ihrer Ausstellung
Imela Mensah-Schramm neben Bildern ihrer Ausstellung Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Seit 33 Jahren kämpft die 73-jährige Berlinerin Irmel Mensah-Schramm gegen Hassgraffiti. "Ich konnte diese Hassparolen nicht ertragen", erklärte sie im Gespräch mit MDR SACHSEN. Etwa 130.000 dieser Parolen hat Mensah-Schramm bereits beseitigt. Außerdem hat sie über 84.000 Hass-Sticker entfernt. Ihre Ausrüstung hat sie überall dabei: eine Tasche mit Fotoapparat, Bürsten, Pinseln, Lösungsmitteln und Farbe.

Früher hat die Aktivistin die Hassparolen weggeputzt. "Aber das ist sehr mühselig und sehr umfangreich. Jetzt geht das schneller mit einer Farbspraydose", sagte sie. Außerdem lasse sich so schnell eine Art Gegenbotschaft sprühen. Blumen oder Herzen oder auch ein sinnveränderndes Wort kommen dabei zum Einsatz.

eine Schmiererei 'No niggers' an einer Wand
Eine dokumentierte Hassschmierei in Wildau, 1991. Es ist eins der gezeigten Bilder in der Ausstellung "Hass vernichtet" im Chemnitzer Smac. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Wegen ihrer Aktivitäten stand Irmela Mensah-Schramm schon mehrfach wegen Sachbeschädigung vor Gericht. Auf der anderen Seite erhält sie aber auch viel Sympathie und Unterstützung. Neben ihren Ausstellungen bietet sie Workshops für Schüler ab der 4. Klasse an. Die Schüler können dabei kopierte Hassparolen in schwarz-weiß mit bunten Farben umgestalten. Die Auseinandersetzung mit der Hassaussage gäbe eine gute Argumentationshilfe für die Schüler, für den Fall, dass ihnen Hassparolen im Alltag begegnen. Die Workshops sind für die Berlinerin das Sahnebonbon ihrer Aktivitäten. Sie geben ihr viel Kraft.

Mit Nichtstun kann man nichts erreichen.

Irmela Mensah-Schramm

In Chemnitz hat die Aktivistin überraschend wenig Hassschmierereien gefunden. Laut Mensah-Schramm sei die Schmier- und Klebeaktivität nicht immer identisch mit der Stimmung in einer Stadt. "Manche sind still und schmieren lieber und in Chemnitz ist es eher laut", sagt sie. Die Ausstellung "Hass vernichtet" ist noch bis zum 30. April im Smac im Chemnitz zu sehen.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 03.04.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

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Zuletzt aktualisiert: 05. April 2019, 15:32 Uhr

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