Blockchain Per Code: Chemnitzer Unternehmen macht Medikamente fälschungssicher

Sicherheit per App: Ein in Sachsen entwickelter Code soll dabei helfen, Malaria-Medikamente fälschungssicher zu machen. Ein Start-up aus Chemnitz hat das digitale Siegel entwickelt und testet den Einsatz zusammen mit der Elfenbeinküste.

Ein Malaria Medikament
Bis zu 60 Prozent der Arzneimittel der Elfenbeinküste sind laut Weltgesundheitsorganisation gefälscht. Bildrechte: imago/Xinhua

Das Chemnitzer Unternehmen Authentic Network hat ein digitales Siegel entwickelt, um Malaria-Medikamente fälschungssicher zu machen. Ein entsprechendes Pilotprojekt mit der Elfenbeinküste soll dabei helfen, die Echtheit und Unversehrtheit eines Medikaments sicherzustellen.

Dazu soll das digitale Siegel zum Einsatz kommen, das auf der Blockchain-Technologie beruht, erklärte Unternehmensgründer Frank Theeg. Die Blockchain ist eine dezentrale, öffentlich einsehbare Datenbank, die auf einer Vielzahl von vernetzten Rechnern gespeichert wird. Der dadurch entstandene Code könne so nachträglich nicht geändert werden. "Manipulation ist quasi unmöglich", so Theeg weiter.

Prüfung via App

Das Siegel werde dann in Form eines grünen Hakens auf die Medikamente geklebt. Ähnlich wie bei einem QR-Code könnten Endkunden per kostenloser App selbst überprüfen, ob es sich um ein echtes oder ein gefälschtes Medikament handle, erklärte Theeg.

Malaria-Medikamente in Afrika Allein an der Elfenbeinküste seien Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge 30 bis 60 Prozent der angebotenen Arzneimittel gefälscht, informierte die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft DEG. Die Medikamente seien oft nicht nur unwirksam, sondern könnten Patienten direkt schaden. In afrikanischen Ländern sind sie laut WHO auf Straßenmärkten zu finden. Jährlich sterben mehr als 400.000 Menschen weltweit an der Tropenkrankheit Malaria.

Weitere Kooperationspartner im Blick

Laut Theeg ist die Elfenbeinküste zwar das erste afrikanische Land, in dem diese Technologie bei Medikamenten eingesetzt wird. Es gebe aber schon Gespräche mit weiteren Ländern wie dem Senegal, Ghana und Niger. Auch könnten auf diese Weise künftig Corona-Impfstoffe vor Fälschungen geschützt werden, betont Theeg. Seine Firma baue aber nicht nur auf den Einsatz im Gesundheitswesen, auch andere Produkte ließen sich mit dem Krypto-Siegel vor Produktpiraterie schützen - etwa teure Markenartikel.

Quelle: MDR/mar/dpa

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