Dresden: Der Angeklagte Alaa S. (2.v.l), der im Verdacht steht, an der tödlichen Messerattacke gegen Daniel H. in Chemnitz beteiligt gewesen zu sein, sitzt beim Prozess des Landgerichtes Chemnitz mit seinem Übersetzer und seinen Anwälten auf der Anklagebank in einem Gebäude vom Oberlandesgericht Dresden.
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20.05.2019 | 20:18 Uhr Hauptzeuge im Prozess um Messerattacke von Chemnitz erneut befragt

Dresden: Der Angeklagte Alaa S. (2.v.l), der im Verdacht steht, an der tödlichen Messerattacke gegen Daniel H. in Chemnitz beteiligt gewesen zu sein, sitzt beim Prozess des Landgerichtes Chemnitz mit seinem Übersetzer und seinen Anwälten auf der Anklagebank in einem Gebäude vom Oberlandesgericht Dresden.
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Das Landgericht Chemnitz hat den Hauptbelastungszeugen im Prozess um die tödliche Messerattacke vom August 2018 am Rande des Chemnitzer Stadtfestes erneut befragt. Der 30 Jahre alte Libanese war zum dritten Mal geladen, nachdem er zunächst nicht erschienen war und später unter Verweis auf Morddrohungen gegen ihn die Aussage teilweise verweigert und erklärt hatte, sich nicht erinnern zu können.

Erinnerungslücken und andere Namen

Auch am Montag berief sich der Koch eines Döner-Imbisses nahe dem Tatort auf Erinnerungslücken und machte teils andere Angaben als bei seinen Vernehmungen durch die Polizei nach der Tat. Damals hatte er den angeklagten 23-Jährigen aus Syrien und einen flüchtigen Iraker als mutmaßliche Täter identifiziert. Vor Gericht erklärte er jedoch lediglich, nach der Tat seien zwei Männer mit blutigen Händen in den Döner-Imbiss gekommen. Außerdem nannte er andere Namen als die des Angeklagten und des zweiten Tatverdächtigen.

Verteidigung zweifelt an Glaubwürdigkeit

Der Libanese befindet sich inzwischen in einem Zeugenschutzprogramm. Er wurde von drei Personenschützern und einem Rechtsbeistand in den Gerichtssaal begleitet. Die Verteidigung bezweifelte, dass der Mann wirklich massiv bedroht wird und seine Aufnahme ins Zeugenschutzprogramm damit rechtens ist. Der Beweiswert der Aussagen gehe "gegen Null", erklärte Anwältin Katja Lang. Auch drei andere vernommene Zeugen konnten vor Gericht keine Angaben zum damaligen Geschehen machen. Sie sagten aus, keine Augenzeugen des Geschehens gewesen zu sein. Ein 23-Jähriger erklärte, er habe nur die Leiche und Blutspuren gesehen. Zudem seien alle Beteiligten betrunken gewesen.

Seit Mitte März läuft der Prozess um den gewaltsamen Tod des 35-jährigen Daniel H. Er findet aus Sicherheitsgründen in Dresden statt. In Chemnitz hatte es nach der Tat fremdenfeindliche Übergriffe, rechte Demonstrationen und zu Anschlägen auf ausländische Restaurants gegeben.

Quelle: MDR/stt/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 20.05.2019 | 19:00 Uhr in den Nachrichten

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