Bergbaukonferenz in Oelsnitz Steigendes Grubenwasser in Oelsnitz und Zwickau problematisch

Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge von Außen
In den stillgelegten Steinkohlebergwerken steigt das Grubenwasser jährlich um bis zu 15 Meter. Bildrechte: Arndt Gaube

Zum 11. Mal haben sich am Mittwoch im erzgebirgischen Oelsnitz Vertreter der Kommunen aus dem Zwickauer und Lugau-Oelsnitzer Revier getrofffen, um über die Folgen des Steinkohlebergbaus zu diskutieren. Da es für die ehemaligen Bergwerke keine Rechtsnachfolger gibt, ist das Land Sachsen für die Gefahrenabwehr und die Beseitigung von Folgeschäden verantwortlich.

Größte Gefahr ist der steigende Wasserstand in den Gruben

Für Bernd Birkigt, den parteilosen Bürgermeister von Oelsnitz, ist das größte Problem der steigende Wasserstand in den ehemaligen Gruben. "Unter uns sind Schachtanlagen, die sind mehr als 1.000 Meter tief und seit 50 Jahren steigt dort das Wasser." In jedem Jahr nehme der Wasserstand um zehn bis 15 Meter zu. "Wir wissen, dass es im Jahr 2030 hier an die Erdoberfläche treten kann. Und das darf nicht passieren." Denn damit bestehe die Gefahr, dass das Grubenwasser das Trinkwasser verunreinige.

Messanlagen kontrollieren den Wasserspiegel

Mit zwei Messanlagen wird zur Zeit der steigende Wasserstand unter Tage gemessen. Nach Angaben des Sächsischen Oberbergamtes belegen die Daten, die in einem 633 Meter tiefen Bohrloch erhoben werden, dass der Wasserstand um etwa einen Meter pro Monat steigt. In den nächsten Jahren soll ein Konzept erarbeitet werden, um entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können. Dazu gehört das Abpumpen des Wassers und die Sicherung der alten Bergwerke.

EU zieht sich aus der Finanzierung zurück

Nach Angaben des Sächsischen Oberbergamtes sind seit 2011 mehr als 60 Millionen Euro von der Europäischen Union in die Sanierung des sächsichen Steinkohlealtbergbaus geflossen. Die EU zieht sich allerdings in den kommenden Jahren aus dieser Finanzierung zurück. Tobias Dressler vom Sächsischen Oberbergamt sieht nun den Freistaat Sachsen in der Pflicht. "In der Vergangenheit war es so, dass es eine Mischfinanzierung aus EU-Geld und Landesgeld gab. In Zukunft wird das wegen der politischen Ausrichtung der Strukturfördermittel nicht mehr möglich sein." Die Herausforderung sei jetzt, die Finanzierung der Bergbauhinterlassenschaften über Landesmittel sicherzustellen.

Dafür sollen in den Verhandlungen zum Sächsischen Doppelhaushalt 2021/2022 die Weichen gestellt werden.

In einem großen Saal, sitzen Männer in Berguniformen und Frauen bei einer Tagung.
Die Vertreter der betroffenen Kommunen und das Sächsische Oberbergamt dirkutierten am Mittwoch über die Finanzierung der Bergbauhinterlassenschaften. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Quelle: MDR/tfr/mw

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.10.2020 | 16:30 Uhrim Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

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