09.01.2020 | 18:52 Uhr Chemnitz bewirbt sich als Modellregion für 365-Euro-ÖPNV-Jahresticket

Ein Straßenbahnzug aus dem sogenannten Chemnitzer Modell fährt in den Hauptbahnhof ein.
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Chemnitz bewirbt sich um die Teilnahme an einem bundesweiten Modell-Projekt für den Öffentlichen Personennahverkehr. Das teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag mit. Konkret geht es um ein 365-Euro-Jahresticket für den Nahverkehr – Kunden würden also einen Euro pro Tag bezahlen. Es soll in zehn deutschen Städten und Regionen getestet werden. Die Verluste, die beim Verkauf dieser Jahreskarten entstehen, gleicht der Bund für die Laufzeit der Tests aus.

Wenn schon kein Fernverkehr, dann attraktiver ÖPNV

Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig erklärte, man werde sich die Chance nicht entgehen lassen, mit dem Modellversuch möglichst viele Menschen von einem Umstieg auf den Nahverkehr zu überzeugen. Sie verwies darauf, dass die Stadt derzeit noch vom Fernverkehr abgeschnitten sei. Deshalb sei ein funktionierender öffentlicher Nahverkehr mit stabilen Verbindungen in die Region unverzichtbar und notwendig.

Die gleiche Spurweite macht's möglich

Über das sogenannte Chemnitzer Modell sind Stadt und Umland miteinander verbunden. Grundlage ist die gleiche Spurweite von Straßen- und Eisenbahn. Auf vier Linien nutzen Triebwagen wird nach dem sogenannten Tram-Train-Prinzip beide Netze und fahren durch die Chemnitzer Innenstadt nach Stollberg, Hainichen, Mittweida und Burgstädt.

Wer will noch?

Chemnitz ist nicht die einzige Kommune in Sachsen, die sich für eine Teilnahme an dem Modellversuch interessiert. Auch in Leipzig und Dresden gibt es Überlegungen zu einem 365-Euro-Jahresticket. Aber konkrete Entscheidungen sind in beiden Städten noch nicht gefällt worden.

Quelle: MDR/stt/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.01.2020 | 18:00 Uhr im Radioreport

3 Kommentare

Steinbock vor 19 Wochen

Genauso wird die Kluft zwischen Stadt und Land vergrößert. DIE Stadt bekommt günstige Mobilität aus dem allgemeinen Steueraufkommen finanziert Die Landbevölkerung bezahlt diesen Luxus ne en dem allgemeinen Steueraufkommen auch mit ihren Mobilitätssteuern ab 2021 steigend...

DerIch vor 19 Wochen

Ich finde es unverschämt, wenn Großstadtbewohnern auf Kosten anderer freizügige, innerstädtische (günstige/kostenlose) Mobilität ermöglicht wird.

Menschen außerhalb von Großstädten wird die Mobilität dagegen erschwert und verteuert - obwohl dort i.d.R größere Entfernungen zurück gelegt werden (müssen !).

Verdrehte Welt.

Wenzel vor 19 Wochen

In Magdeburg könnten wir das Wiener Modell auch gut gebrauchen.
Bis dahin fahre ich weiter mit dem Fahrrad am täglichen Stau vorbei-relativ lebensgefährlich aber dafür zügig, kostenneutral und ohne Parkplatzsorgen.

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