01.06.2019 | 16:23 Uhr Demo-Tag in Chemnitz verläuft friedlich

In Chemnitz sind knapp fünf Mal mehr Gegendemonstranten als Rechtsextreme gezählt worden. Ein breites Bündnis hat am Sonnabend gegen einen rechten Aufmarsch protestiert. Auch die Stadt wehrte sich mit einem Familienfest gegen rechte Vereinnahmung.

Teilnehmer einer Demonstration des Bündnis "Chemnitz Nazifrei" versammeln sich im Zentrum der Stadt.
Bildrechte: dpa

Rund 1.300 Menschen haben am Sonnabend in Chemnitz gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten protestiert. Die Jugendorganisation der rechtsextremen NPD hatte unter dem Motto "Tag der deutschen Zukunft" einen Aufmarsch organisiert. Die Polizei zählte dabei etwa 270 Teilnehmer. Die rechten Veranstalter hatten ursprünglich 500 Teilnehmer beim Ordnungsamt angemeldet. Am frühen Nachmittag bilanzierten die Behörden einen friedlichen Verlauf. Vereinzelt gab es am äußeren Rand der Innenstadt Verstöße gegen das Versammlungsgesetz: aus den Reihen der Gegendemonstranten wurden Glasflaschen geworfen und Böller gezündet.

Breiter Protest gegen Aufmarsch

Zu den Gegenprotesten hatten das Bündnis "Chemnitz Nazifrei" und der Studentenrat der TU Chemnitz aufgerufen. Versuche der Gegendemonstranten, den rechten Aufzug am Mittag zu blockieren, wurden von den Polizei unterbunden. Den Rechtsextremen verbot die Polizei, auf mitgeführten Trommeln im Laufen Marschrhythmen zu trommeln.

Wir lassen uns jetzt nicht von Extremisten unsere Stimmung, unseren Ruf verderben.

Michael Kretschmer Ministerpräsident Sachsen
Kinder springen auf Hüpfburg beim Kinderfest in Chemnitz
Hüpfburg beim Kinderfest in Chemnitz Bildrechte: Anna-Sophie Aßmann

Zeitgleich zu den beiden Demonstrationen hatte die Stadt Chemnitz mit rund 30 Vereinen und Initiativen in der Innenstadt ein Familienfest zum Kindertag organisiert. Unter den Besuchern waren auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD). Die sächsische Polizei wurde am Sonnabend von Einsatzkräften aus Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen unterstützt. Insgesamt waren 2.300 Polizisten im Einsatz. Beamte überwachten das Demonstrationsgeschehen auch per Hubschrauber und mit stationären Kameras. 360 Bundespolizisten sicherten in Zügen die An- und Abreise der Demonstranten.

Die rechtsextreme Jugendorganisation ruft jedes Jahr zum 1. Juni zum Aufmarsch auf. In den vergangenen Jahren zogen Rechtsradikale durch Karlsruhe, Dortmund und Goslar.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 01.06.2019 | 16:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 01.06.2019 | 19:00 Uhr

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