15.05.2020 |18:56 Uhr Energieversorger enviaM mit positiver Geschäftsbilanz

Der Energieversorger enviaM versorgt etwa 1,3 Millionen Kunden mit Strom, Gas, Wärme. An dem Unternehmen sind 650 ostdeutsche Kommunen beteiligt. Am Freitag sind die Geschäftszahlen für 2019 veröffentlicht worden.

Auf einem Feld hinter Bäumen stehen mehrere Windkraftanlagen.
Die enviaM will in diesem Jahr 21 Millionen Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren. Bildrechte: envia Mitteldeutsche Energie AG

Die Envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM) hat heute eine positive Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres gezogen. Auf der erstmals per Telefonschalte veranstalteten Bilanzpressekonferenz hat Stephan Lowis, der Vorstandsvorsitzende des in Chemnitz ansässigen Unternehmens, ein stabiles Geschäftsergebnis bekanntgegeben.
Das Ergebnis vor Steuern der enviaM-Gruppe lag demnach 2019 mit 315,8 Millionen Euro leicht unter dem von 2018. Die Anteilseigner erhalten eine Dividende von 0,65 Euro je Stückaktie. An die rund 650 ostdeutschen Städte und Gemeinden fließen somit 66,8 Millionen Euro. Auch die Zahl der Kunden sei im vergangenen Jahr gestiegen, so Lowis weiter. Sie sei um fast 13.000 auf 1.314.543 gestiegen.

Dr. Stephan Lowis, Vorstandsvorsitzender enviaM, steht an einem Geländer.
Der Vorstandsvorsitzende der enviaM, Dr. Stephan Lowis. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
Geschäftszahlen der enviaM
  2019 2018
Umsatzerlöse 3,09 Mrd. Euro 3,13 Mrd. Euro
Stromabgabe 16.972 GWh 17.744 GWh
Gasabgabe 12.998 GWh 12.829 GWh
Investitionssumme 193,3 Mio. Euro 177,9 Mio Euro
Zahl der Kunden 1.314.543 1.301.724
Beschäftigte 3.293 3.341

Ein Monteur mit Schraubenschlüssel arbeitet an einem Hochspannungsmast.
Der Energieversorger sieht sich in einer besonderen Verantwortung für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens. Bildrechte: envia Mitteldeutsche Energie AG

Verantwortung für stabile Energieversorgung

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie würde auch der Energiedienstleiter spüren, sagte Lowis. Bis zu 1.700 Mitarbeiter haben in den vergangenen Wochen im Home-Office gearbeitet. Mittlerweile seien die Kundencenter wieder geöffnet worden. "Wir sind uns unserer besonderen Verantwortung für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens sehr bewusst. Unsere Energienetze sind die Lebensadern für Wirtschaft und Gesellschaft." Man unternehme alles, um die Energieversorgung sicherzustellen.

Bekenntnis zum Klimaschutz

Auch wenn die Bewältigung der Corona-Krise derzeit im Vordergrund stünde, dürfe man den Klimaschutz nicht aus den Augen verlieren, sagte Lowis. "Wir raten der Politik, am Klimaschutzpaket festzuhalten." Bei Konjunkturprogrammen sollten Investitionen für den Klimaschutz zwingend berücksichtigt werden. Dies schaffe wichtige Wachstumsimpulse, so Lowis weiter. Nach Angaben der enviaM seien seit 2011 etwa 147 Millionen Euro in den Ausbau der Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien investiert worden. Derzeit betreibt die Unternehmensgruppe 97 Anlagen. In diesem Jahr sollen weitere Photovoltaikanlagen hinzukommen, so in Artern, Bitterfeld-Wolfen, Neugattersleben und Nienburg. In Wurzen soll ein Wasserkraftwerk entstehen. Die Windparks in Lützen und im brandenburgischen Woschkow sollen erweitert werden. Dafür investiert enviaM rund 21 Millionen Euro.

Ideen zur Belebung der Konjunktur

Stephan Lowis schlug gleichzeitig vor, durch eine Senkung von Steuern und Abgaben auf Energie die Konjunktur anzukurbeln. So sollte die erst für 2025 geplante Senkung der EEG-Umlage auf 2021 vorgezogen werden und gleichzeitig auf fünf Cent je Kilowattstunde begrenzt werden. Auch die Stromsteuer sollte nach Ansicht des Unternehmens von derzeit 2,05 Cent je Kilowattstunde auf das europäische Mindestmaß von 0,05 Cent gesenkt und die Mehrwertsteuer für Strom auf den Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent reduziert werden. Dadurch könnte der Strompreis um etwa 8 Cent pro Kilowattstunde sinken.

Ein Blockheizkraftwerk mit Rohrleitungen, die auf das Gebäude zuführen.
Die enviaM schlägt eine Senkung der Steuern und Abgaben auf Energie vor. Bildrechte: envia Mitteldeutsche Energie AG

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 15.05.2020 | 12:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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