13.08.2019 | 10:44 Uhr Bürger diskutieren Ausbau des Chemnitzer Modells nach Limbach-Oberfrohna

Der weitere Ausbau des Nahverkehrsprojekts "Chemnitzer Modell" stand am Montag im Mittelpunkt eines Bürgerdialoges mit über 100 interessierten Teilnehmern. Konkret ging es um die Anbindung von Limbach-Oberfrohna.

Die neue Hybrid-Stadtbahn "Citylink" verlässt am 29.03.2016 während einer Testfahrt den Hauptbahnhof Chemnitz.
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Künftig sollen die Hybridbahnen des "Chemnitzer Modells" auch bis nach Limbach-Oberfrohna rollen. Einen ersten Einblick in den Stand des Projekts gab am Montagabend ein Bürgerdialog in Chemnitz. Die Teilnehmer konnten mit Vertetern der zuständigen Verkehrsbetriebe, von Wirtschaftsunternehmen und der Stadt Chemnitz diskutieren.

Für Wirtschaftsunternehmen wie Siemens, Komsa und Thyssen Krupp hat die geplante neue Linie viele Vorteile. Für sie geht es darum, ihren Mitarbeitern einen Arbeitsweg mit Hilfe öffentlicher Verkehrsmittel zu ermöglichen. Dabei gehe es zum einen um den Wettbewerb aufgrund des Fachkräftemangels. Softe Faktoren wie öffentlicher Nahverkehr würden dabei immer wichtiger werden. Außerdem sprachen die Unternehmen von einem "Flächenvorteil", wenn weniger Parkplätze nötig wären.

Chemnitzer Modell Das Chemnitzer Modell verknüpft nach dem sogenannten Tram-Train-Prinzip Straßenbahn und Eisenbahn. Bislang gibt es vier Linien, die Chemnitz mit Stollberg, Hainichen, Mittweida und Burgstädt verbinden. Weitere Strecken sollen folgen.

Die geplante Strecke soll vom Chemnitzer Stadtgebiet über Röhrsdorf und Wittgensdorf samt Gewebegebiet bis nach Limbach-Oberfrohna führen. Die Komsa, die ihren Firmensitz in Hartmannsdorf hat, liegt damit nicht genau an der Strecke. Sollte aber die Strecke über den Wittgensdorfer Kreisel führen, könnte man sich vorstellen, ab dort einen Shuttledienst für die Mitarbeiter einzurichten. Auch der Ortsvorsteher von Hartmannsdorf sprach sich für eine derartige Lösung aus.

Genaue Pläne zum Streckenverlauf gibt es allerdings noch nicht. Das Planfeststellungsverfahren soll Ende 2020 eingeleitet werden. Der Geschäftsführer des im Ausbau federführenden Verkehrsverbundes Mittelsachsen, Harald Neuhaus, rechnet mit einer Planungsdauer von fünf Jahren für die einzelnen Streckabschnitte. Außerdem mit fünf Jahren Bauzeit. "Aber das ist natürlich eine Milchmädchenrechnung", sagt er. "Natürlich wird auch einiges parallel laufen." Der Ausbau nach Limbach-Oberfrohna sei die Strecke mit dem größten Fahrgastpotenzial. Mit bis zu 20.000 neuen Kunden rechnet Neuhaus.

Die Bürger stellten einige Fragen und zeigten sich vor allem interessiert an dem genauen Streckenverlauf. Ein junger Mann erkundigte sich, wie mit Grundstückseigentümern umgegangen werden wird, auf deren Grundstück ein Teil der Strecke verlaufen würde. Michael Stötzer, Baubürgermeister der Stadt Chemnitz, versprach, Betroffene zeitnah zu informieren und stellte auch deren Rechte vor.

Harald Neuhaus freute sich über das große Interesse an der Veranstaltung. "Und was mich noch mehr gefreut hat war, dass die überwiegende Mehrheit, und die war sehr deutlich, dieses Projekt gut findet", sagte er im Gespräch mit MDR SACHSEN. Laut Planung sollen ab 2030 die ersten Züge nach Limbach-Oberfrohna rollen.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.08.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

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