Politik Kandidaten um CDU-Vorsitz stellen sich sächsischer Parteibasis

Die Bildkombo zeigt Friedrich Merz (am 11.02.2020 in Magdeburg), Norbert Röttgen (am 18.02.2020 in Berlin) und Armin Laschet (CDU), (am 12.03.2020 in Berlin).
Bildrechte: dpa

Am Freitag haben sich die drei Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz, Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen, den Mitgliedern der sächsischen Union vorgestellt. Durch die Corona-Pandemie war dafür eine Übertragung im Internet nötig. Röttgen und Merz kamen dafür in ein Chemnitzer Studio, Laschet war per Video zugeschaltet.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, der auch nach Chemnitz gekommen war, forderte Reformen. "Wir wollen einen Kanzlerkandidaten haben, der dieses Land wieder reformiert und dafür sorgt, dass das eigene Tun, die eigenen Tätigkeit als Unternehmer eine Chance hat."

Wir wollen nicht den übermächtigen Staat.

Michael Kretschmer Ministerpräsident Sachsen

Sticheleien gegen Merz und Forderung nach Einigkeit

Laschet verteidigte die virtuelle Vorstellung der Kandidaten mit einer kleinen Stichelei gegen seinen Mitbewerber Merz. "Heute erlaubt die Coronapandemie leider kein Präsenztreffen - das ist ähnlich wie mit unserem Bundesparteitag das ist jetzt keine ominöse Verschwörung." Merz' Äußerungen hatten im Vorfeld für Wirbel gesorgt, weil er in der coronabedingten Verschiebung des CDU-Parteitages, auf dem der neue Parteivorsitzende gewählt werden soll, ein Komplott gegen seine Person vermutet hatte. Merz stellte diesen Streit nur noch als "kleine Meinungsverschiedenheit" dar.

Röttgen will CDU-Neuausrichtung

Norbert Röttgen forderte eine Neuausrichtung der CDU. Sie müsse weiblicher, jünger, digitaler und interessanter werden. "Wir brauchen keine Polarisierung, wir brauchen keine Lager, sondern wir brauchen einen integrativen Führungsstil, nur dann wird uns Führung und Profil gelingen, wenn wir gleichzeitig die Fähigkeit zum Kompromiss, zu Einigung und zur Integration haben. "

Die Parteibasis konnte sich ein Bild der drei Kandidaten machen. Rückfragen waren bei der virtuellen Vorstellung nicht möglich. Beim geplanten Parteitag im Janunar muss jeder Delegierte für sich entscheiden, wem er seine Stimme gibt.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer vor CDU-Logo, Bundesparteitag Leipzig
Im Januar soll auf einem Parteitag über die Nachfolge von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer entschieden werden. Bildrechte: dpa

Quelle: MDR/tfr/ud

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 07.11.2020 | 19:00 Uhr

Mehr aus Chemnitz und Stollberg

Mehr aus Sachsen