Interview CFC-Jugendtrainer äußert sich nach Suspendierung

Einen Tag nach seiner sofortigen Beurlaubung, wegen eines anzüglichen Videos, das im Internet veröffentlicht worden war, hat Thomas Uhl mit MDR SACHSEN gesprochen.

Thomas Uhl
Thomas Uhl im CFC-Stadion Bildrechte: Thomas Uhl

Was genau ist in den letzten Tagen passiert?
Es wurde ein Video veröffentlicht, das vor zweieinhalb Jahren im internen Kreis unter Kollegen außerhalb des Dienstes zum Spaß gedreht wurde. Das ist irgendwie in die falschen Hände geraten.

Sie hatten dann ja auch schon ein Gespräch mit dem CFC. Wie lief das ab?
Ja, ich wurde zu einem Gesprächstermin gebeten. Inhalt wollte man mir am Telefon nicht sagen. Ich bin dann kurzfristig auf Thomas Köhler (Anmerkung der Readaktion: Jugendwart des CFC) zugekommen. Und es war ein Gespräch, was innerhalb von zwei, drei Minuten beendet war. Wo mir die Frage gestellt wurde, ob das Video echt ist und mir dann daraufhin gesagt wurde, dass ich beurlaubt bin vom Training mit meiner Mannschaft.

Können Sie die Reaktion des CFC nachvollziehen?
Ja, kann ich an der Stelle nachvollziehen, dass der Verein da so handeln musste. Da ich als Jugendtrainer mit der veröffentlichten Wortwahl beziehungsweise veröffentlichten Bildern natürlich nicht zwingend vereinbar bin. Auch für so manche Eltern, die ihre Kinder guten Gewissens zum Fußball geben. Allerdings habe ich auch viele Rückmeldungen von Fußballeltern bekommen, die mich kennen, meine Arbeit kennen, meinen Umgang mit den Kindern und mir einen gewissen Rückhalt zugesprochen haben.

Sie sind auch Stadtrat. Denken Sie, dass die Geschehnisse damit zusammenhängen?
Ja. Nicht nur allgemein, weil ich Stadtrat bin, sondern weil ich natürlich auch Mitglied der SPD-Fraktion bin. Es geht um die ganze Stadiongeschichte des CFC und vor allem die Geschichte mit Thomas Haller der letzten Wochen. Und meine Distanzierung von einer Kondolenz eines öffentlichen wohlweislichen Neonazis hat nicht nur für Freunde gesorgt.

Was heißt: Es hat nicht nur für Freunde gesorgt?
Von Unverständnis über meine Distanzierung bis hin zu durchaus auch Beleidigungen und Drohungen, dass ich mich in nächster Zeit öfter mal links und rechts umschauen sollte.

Woher kamen die Drohungen?
Aus einem weiteren Umfeld, auch innerhalb der Polizei.

Wie stehen Sie heute zu dem Video?
Ich bereue es natürlich im Nachhinein. Mir ist bewusst, dass ich da wahrscheinlich ein Stück weit naiv war, zu glauben, dass sowas nicht in falsche Hände geraten kann. Man würde das natürlich rückblickend nicht wieder tun. Jedoch habe ich nichts strafrechtlich Relevantes gemacht. Ich habe niemanden beleidigt oder irgendwas. Ich habe die falschen Bilder mit der falschen Wortwahl zu einer falschen Zeit auf Video festhalten lassen. Das bereue ich auch auf jeden Fall, keine Frage. Nicht nur, weil es jetzt öffentlich geworden ist, sondern weil es natürlich auch eine gewisse Scham mit sich bringt.

Ist das Video nur im Internet hochgeladen worden oder wurde es direkt an Leute geschickt?
Es ist auch direkt an Leute gegangen. Unter anderem an den Nachwuchsleiter des CFC, Thomas Köhler, der mir nicht sagen wollte, von wem er es hat. Wo ich hoffe, dass es im Laufe des Ermittlungsverfahrens trotzdem geklärt wird. Es ist an ein, zwei unmittelbare Kollegen der Bereitschaftspolizei gegangen und mehr weiß ich jetzt nicht, an wen es noch konkret gegangen ist. Ich habe nach Rücksprache mit meinem Anwalt, Strafanzeige erstattet wegen Verleumdung beziehungsweise übler Nachrede. Und weitere Straftatsbestände werden noch geprüft.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.03.2019 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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Zuletzt aktualisiert: 29. März 2019, 15:21 Uhr

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