Polizisten laufen vor Demonstranten
Bildrechte: Harry Härtel

Innenpolitik Hetzjagd in Chemnitz: Ja oder nein? Ein Augenzeuge berichtet

In der Debatte, ob es Hetzjagden bei Aussschreitungen in Chemnitz gegeben hat oder nicht, spricht jetzt ein Stadtrat. Der Augenzeuge widerspricht Politikern und Verfassungsschützern, die von Hetzjagden nichts wissen wollen und Berichte darüber als "Fake-News" anzweifeln.

Polizisten laufen vor Demonstranten
Bildrechte: Harry Härtel

"Ich war am Sonntag genau hier, an dem Tag des Stadtfestes, was abgebrochen worden ist. Ich wollte zur Tiefgarage gehen mit meiner Frau und einer anderen Oma und habe gesehen, wie drei, es können auch vier gewesen sein, junge Männer ausländischen Typs hier langgejagt worden sind – angefangen am Borssenanger. Und dahinter sind Leute gerannt, die ich am Montag dann auf der anderen Seite im rechten Block – ich sage mal – ähnlich gesehen habe. Natürlich nicht die gleichen Leute, sondern vom Typ her. Und dann die Polizei und Gebrüll und die zweite Gruppe hat die erste Gruppe wirklich gejagt." Das sagte der Linken-Stadtrat Dietmar Berger im Gespräch mit MDR SACHSEN. Alles soll sehr schnell gegangen sein.

Man hat Menschen gehetzt, weil sie nicht deutsch aussehen.

Dietmar Berger Stadtrat Chemnitz, Linkspartei

Die aktuelle Debatte um die Frage, ob es tatsächlich Hetzjagden gegeben hat oder nicht, kann der Chemnitzer Stadtrat nicht nachvollziehen. Er widerspricht damit auch dem Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, der Zweifel an Medienberichten über Hetzjagden geäußert hatte. Wörtlich sagte Dietmar Berger: " Also, wenn wir uns darüber unterhalten, ob es Hetzjagden waren oder eine minderschwere Form des Jagens – ich glaube, da werden wir der Situation gar nicht gerecht. Man hat Menschen gehetzt, weil sie nicht deutsch aussehen. Und ob es da noch mehrere Fälle in Chemnitz an anderen Stellen gegeben hat, das weiß ich nicht. Das will ich auch nicht behaupten, weil ich nicht dabei war. Aber das, was ich hier erlebt habe, das kann man schon als Hetzjagd bezeichnen. Und jeder, der da versucht, das ein bisschen einzudampfen und einzudämmen, der wird der Situation überhaupt nicht gerecht."

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 07.09.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 07. September 2018, 21:26 Uhr

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