12.03.2020 | 16:15 Uhr Chemnitz wieder Crystal-Meth-Hochburg in Deutschland

Die Droge Crystal Meth
Bildrechte: imago/Christian Ohde

In keiner anderen Stadt in Deutschland gibt es so viele Crystal-Meth-Rückstände im Abwasser wie in Chemnitz. Das zeigt eine Studie aus fast 70 europäischen Städten. Danach wurden im vergangenen Jahr in Chemnitz 276 mg pro 1.000 Menschen pro Tag der Droge im Abwasser gefunden. Damit hat Chemnitz wieder Erfurt überholt, das 2018 in dem Vergleich an der Spitze lag. Konsumenten von Crystal Meth scheiden Rückstände der Droge wieder aus und diese gelangen ins Abwasser. Die Studie erforscht so den Drogenkonsum der Einwohner in den Städten.

"Ranking" der sieben Crystal Meth Städte Europas 2019 (mg/1.000 Menschen/Tag)
Prag 726,9
Ostrau 601,2
Chemnitz 276
Erfurt 251,8
Dresden 171,1
Barcelona 106,8
Oslo 86,5

Schon im Jahr 2017 hatte Chemnitz auf Platz 1 gelegen – damals sogar im europäischen Vergleich. Allerdings hatten sich die tschechischen Städte Prag und Ostrau damals nicht an der freiwilligen Studie des European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction beteiligt. Im vergangenen Jahr waren sie bei dem Vergleich dabei und setzten sich mit großem Abstand an die Spitze.

Erfolge durch Drogenprävention und Polizeiarbeit offenbar gering

Nimmt man die Zahlen der neuen Studie als Gradmesser für den Dogenkonsum der Einwohner in Sachsen, dann bleibt Crystal Meth trotz der in den vergangenen Jahren ausgebauten Suchtprävention ein großes Problem. In Chemnitz ist der Konsum der Droge demnach so groß wie noch nie, in Dresden ist er leicht gesunken.

Die Studie zeigt auch, dass Crystal Meth in Städten mit einer größeren Distanz zur tschechischen Grenze und den Drogenküchen dort ein geringeres Problem darstellt. So wurden etwa in München nur acht Milligramm Rückstände der Droge im Abwasser nachgewiesen. In Sachsen ist es ist es offenbar noch immer zu leicht, an die Droge zu kommen.

Karte Abwasserstudie Kokain
Diese Rückstände wurden beim Kokain gemessen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.03.2020 | ab 19:00 Uhr in den Nachrichten

8 Kommentare

aseitzinger vor 31 Wochen

Es ist m.A. nach nicht Aufgabe des Staates, jeden Menschen davor zu schûtzen, dass er sich gefährlich werden könnte.
Es ist Mist, wenn eine Angehörige dem Alkohol verfallen ist. Aber Millionen Menschen in D, die gerne ihr Feierabendbier trinken, sind das nicht. Warum also Alkohol verbieten?
Mit den Drogen ist das genauso.
Warum sollten die Niederlande die Drogenabgabe ähnlich restriktiv gestalten wie wir? Und nicht umgekehrt? Wer nichts nehmen will, muss das doch nicht. Aber wer was nehmen will, wird dann nicht so kriminalisiert. Oder seine Karriere kaputtgemacht, so wie die von Volker Beck.
Dafür ist es in Bayern so, dass Politiker mit ner Maß Bier öffentlich auftreten - wogegen ich auch nichts hab.... Aber die Drogen sind von Suchtpotenzial und Gefährlichkeit durchaus ebenbürtig mit Crystal...
Durch die Kriminalisierung kommen erst die Probleme - dazu gehört auch, dass eine reine Substanz von jedem Dealer verschnitten wird und der Konsument sich nicht sicher sein kann, was er bekommt

Sharis vor 31 Wochen

Was soll eigentlich das Titelbild-sind wir hier bei "Breaking Bad" oder was?
Crystal Meth ist NICHT bläulich wie in der Serie, sondern weiß bis gelblich transparent.

winfried vor 32 Wochen

Erschießen ?! … kann ich nicht beurteilen … wie gesagt, bin nicht vom Fach.
Als Angehöriger einer Alkoholikerin bin zu der Auffassung gekommen,
jede Methode die von einer Droge wegführt ist eine gute Methode.
Wichtig ist, zum Schluss muss man selbst übrigbleiben.

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