Ärztemangel Erstmals Medizinstudiengang in Chemnitz

Luftaufnahme eines Krankenhaus-Areals mit verschiedenen Funktionsgebäuden.
Das Klinikum Chemnitz ist der Praxispartner des MEDiC-Studienanganges. Bildrechte: Klinikum Chemnitz/Achim Keiper

Am Montag haben die ersten 50 Medizinstudenten in Chemnitz ihr Studium aufgenommen. In den vergangenen sechs Jahren ist der neue Modellstudiengang Humanmedizin entwickelt worden, der nun am Campus Klinikum Chemnitz startet. Im Gegensatz zum herkömmlichen Medizinstudium soll die praxisorientierte Ausbildung für Nachwuchs bei Ärzten in den ländlichen Regionen Sachsens sorgen. Der Modellstudiengang heißt MEDiC. Dabei arbeiten die Technische Universität Dresden und die Dresdner Hochschulmedizin mit dem Klinikum Chemnitz zusammen. Damit ist Chemnitz neben Leipzig und Dresden nun die dritte sächsische Stadt, in der ein Medizinstudium möglich ist.

Kostenteilung zwischen Bund und Land

Ministerpräsident Kretschmer (CDU) lobte den Modellstudiengang Humanmedizin als "einmalig". Gleichzeitig bedankte er sich bei Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) für die Unterstützung. Bis 2024 beteiligt sich der Bund mit 20 Millionen Euro an der Finanzierung des Projektes. Weitere 20 Millionen Euro kommen vom Land Sachsen. Kretschmer lobte die Praxisnähe und vor allem den engen Austausch mit niedergelassenen Ärzten, den der Studiengang vorsieht. Das werde dazu beitragen, dass die Absolventinnen und Absolventen in der Region in Mittel- und Westsachsen bleiben.

Anästhesisten bereiten einen Patient auf eine Operation vor
Die zukünftigen Mediziner sollen nach Vorstellung der MEDiC-Partner in der Region bleiben. Bildrechte: dpa

Tausende Bewerbungen

Mehr als 22.000 Bewerbungen sind nach Angaben der Sächsischen Staatskanzlei für den Modellstudiengang eingegangen. Von den 50 ausgewählten Studierenden stammen demnach fast die Hälfte aus den ostdeutschen Bundesländern, zehn kommen aus dem Großraum Chemnitz.
Für die nächsten Bewerber soll ein spezielles Auswahlverfahren eingeführt werden, das auf individuellen, interdisziplinären Interviews beruht. Timo Siepmann, Projektleiter des Studiengangs MEDiC an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden, will damit auch spezielle Kompetenzen der angehenden Mediziner ansprechen. "Sie werden zu einer Generation von Ärztinnen und Ärzten ausgebildet, die durch ihre Kompetenzen in einer digital-vernetzten, interprofessionellen Medizin und einer versorgungsorientierten Wissenschaft die Region Südsachsen nachhaltig stärken wird", sagte er am Montag.

Klinikum Chemnitz ist Praxispartner

Praxispartner der medizinischen Ausbidung ist das Klinikum Chemnitz, eine einhundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt. Die Stadt Chemnitz unterstützt nach Aussage des zukünftigen Oberbürgermeisters Sven Schulze (SPD) die Einführung des neuen Studiengangs durch die Bereitstellung der erforderlichen Flächen für den Campus. Schulze betonte, dass auch die Stadt Chemnitz und die gesamte Region von dem neuen Modellstudiengang profitieren werden. Er erhoffe sich dadurch auch Impulse zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in der Stadt.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.11.2020 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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