Viele Kälber dehydriert 169 durstige Kälber: Polizei stoppt Viehtransport in Chemnitz

Kühe verlassen den Anhänger.
Viele der Kälber waren dehydriert und zudem viel zu jung für einen Viehtransport. Bildrechte: Polizeidirektion Chemnitz

Die Chemnitzer Verkehrspolizei hat einen Tiertransport aus dem Verkehr gezogen. Der Fahrer gab laut Polizei an, 169 Kälbern von Ostsachsen nach Nordrhein-Westfalen zu transportieren. Da die gesetzlich zulässige Transportzeit nicht hätte eingehalten werden können, wurde der Transporter näher untersucht.

Als die fachkundigen Beamten die Ladeflächen in Augenschein nahmen, stellten sie fest, dass die Tränken auf dem Lkw und dem Anhänger für die Kälber völlig ungeeignet waren. Denn die Mehrzahl der Kälber war noch nicht von ihren Muttertieren entwöhnt und konnte die Tränken somit auch nicht nutzen. Einige der Tiere waren nach Polizeieingaben erst 14 Tage alt und hätten deshalb gar nicht transportiert werden dürfen. Die Ladefläche sei zudem für die Kälber zu niedrig gewesen.

Kälber haben zu wenig Luft bekommen

Nach Angabe der Beamten sei auf der obersten Ladefläche des Transporters zwischen dem Rücken der Tiere und der Laderaumdecke kaum Platz gewesen. Dadurch seien die Kälber mit dem Rücken angestoßen und hätten nicht genug Luft bekommen.

Kälber waren dehydriert

Die Polizisten hinderten den Fahrer an der Weiterfahrt nach Nordrhein-Westfalen. Die Tiere seien zu einer Sammelstelle des Landkreises gebracht und entladen worden. Alle Kälber erhielten nach amtstierärztlicher Begutachtung noch am Montagabend eine Elektrolytlösung, da sie dehydriert waren. Sie blieben über Nacht in einer Sammelstelle im Landkreis Mittweida. Die jüngsten Kälber sind noch immer dort und werden fachkundig versorgt.

Lkw mit langem Anhänger steht auf einem Hof.
In diesem Laster wurden 169 Kälber transportiert. Bildrechte: Polizeidirektion Chemnitz

Wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und gegen die Tierschutztransportverordnung wurden gegen den Fahrer, den Organisator des Transportes und die Verantwortlichen der Transportfirma mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet, teilte die Polizei mit.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Polizei bei Lichtenau mehrere Tiertransporter kontrolliert und Verstöße festgestellt. Schweine und Hühner waren auf viel zu engem Raum transportiert worden.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.07.2020 | 12:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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