Johannes Aprojanz, Doktorand an der TU Chemnitz, mit Kopfhörern im Studio Chemnitz
Johannes Aprojanz, Doktorand an der TU Chemnitz, freut sich auf das Treffen mit den Nobelpreisträgern. Bildrechte: MDR/Annett Linke

25.06.2019 | 10:10 Uhr Chemnitzer Doktorand trifft 39 Nobelpreisträger

Johannes Aprojanz, Doktorand an der TU Chemnitz, mit Kopfhörern im Studio Chemnitz
Johannes Aprojanz, Doktorand an der TU Chemnitz, freut sich auf das Treffen mit den Nobelpreisträgern. Bildrechte: MDR/Annett Linke

Johannes Aprojanz, Doktorand an der TU Chemnitz, hat dieser Tage doppelten Grund zur Freude. Zum einen hat er am Freitag seine Dissertation über "Elektronische Eigenschaften von Nanostrukturen" eingereicht. Zum Anderen wird er nächste Woche darüber gleich mit mehreren Nobelpreisträgern diskutieren können.

Ich habe an den elektronischen Eigenschaften von Graphen-Nanostrukturen gearbeitet. Um das anschaulich zu machen: Eine Bleistiftmine besteht aus Graphit. Und das ist aus ganz vielen Graphitflächen mit der 'Dicke' eines Atoms zusammengesetzt. Eine solche Schicht nennt man Graphen. Wir haben daraus, vereinfacht gesagt, Drähte gemacht und faszinierende Phänomene ihrer elektrischen Leitfähigkeit beobachtet. Das ist Grundlagenforschung, die Ergebisse können aber in der Halbleitertechnologie angewendet werden.

Johannes Aprojanz Doktorand an der TU Chemnitz

39 Nobelpreisträger stehen jungen Wissenschaftlern Rede und Antwort

Nur 580 Nachwuchswissenschaftler aus der ganzen Welt dürfen in diesem Jahr bei der Lindauer Nobelpreistagung mit 39 Nobeltreisträgern ins Gespräch kommen. Eine Einladung zu diesem exklusiven Kongress erfolgt nur auf Vorschlag von Universitäten und Forschungseinrichtungen aus aller Welt. Die Studenten und Doktoranden reisen aus 89 Ländern an. Auch vier Studenten, die an sächsischen Hochschulen eingeschrieben sind, gehören dazu. Johannes Aprojanz ist einer der Glücklichen. "Ich war ziemlich überrascht, weil ich wusste, dass viele junge Wissenschaftler aus der ganzen Welt teilnehmen wollen. Da ist die Möglichkeit der Teilnahme natürlich eine große Ehre für mich."

Ein Wissenschaftler läuft mit jungen Leuten diskutierend durch einen Park.
Chemie-Nobelpreisträger Michael Levitt im Gespräch mit Nachwuchswissenschaftlern Bildrechte: Lindau Nobel Laureate Meetings/Christian Flemming

Wissenschaftlicher Austausch in lockerer Atmosphäre

Das Programm der Tagung ist vielfältig. Es reicht von Vorträgen der Nobelpreisträger über den offenen Austausch der Wissenschaftler bis zum gemeinsamen Frühsport. Genügend Zeit zum Austausch ist ebenfalls eingeplant. Johannes Aprojanz freut sich auch darauf. "Es wird bei den Gesprächen nicht nur um Physik gehen. Man unterhält sich in angenehmer Atmosphäre über Gott und die Welt. Natürlich kommt man immer wieder zur Physik zurück. Ich erhoffe mir entspannte, interessante und lehrreiche Gespräche."

Ein älterer Wissenschaftler unterhält sich vor einem Haus angeregt mit jungen Leuten.
Mehr als "nur" eine Fachtagung. Zeit fürs lockere Beisammensein ist in Lindau ebenfalls eingeplant. Bildrechte: Lindau Nobel Laureate Meetings/Julia Nimke

Das Treffen der jungen Wissenschaftler findet vom 30. Juni bis zum 5. Juli in Lindau am Bodensee statt. Johannes Aprojanz erhofft sich neben den interessanten Kontakten auch Anregungen für seinen zukünftigen Weg. "Die Frage nach meiner Zukunft werde ich sicher besser beantworten können, wenn ich aus Lindau zurück bin. Mit der Abgabe meiner Dissertation ist erst einmal eine sehr große Last von mir abgefallen. Die Arbeit war sehr intensiv und spannend. Ich habe mir aber noch keine konkreten Gedanken machen können, wie es bei mir in der Zukunft weitergeht. Da erhoffe ich mir in Lindau Anstöße zu bekommen, wie es in der Zukunft mit mir in der Wissenschaft weitergehen wird."

Quelle: MDR/tfr/chg/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.06.2019 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

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