Corona-Pandemie Covid-19-Patienten erzählen: "Plötzlich war der Geruchssinn verschwunden"

Covid-19 ist eine Krankheit, die sehr unterschiedlich verläuft: Manche haben nur eine Erkältung oder gar keine Symptome, andere trifft es schwer. Menschen aus der Region berichten bei MDR SACHSEN von ihren Erfahrungen mit der Krankheit und den damit verbundenen Einschränkungen. Die 41-jährige Susanne K. (Name von der Redaktion geändert) hatte mehr als drei Wochen mit der Krankheit zu kämpfen. Jetzt blickt sie optimistisch in die Zukunft.

Eine Frau mit langen Haaren blickt in einem Park auf einen verschneoten Park mit zugefrorenem Teich.
Susanne K. aus Chemnitz hat eine Covid-19-Erkrankung überstanden. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Ausgerechnet am 24. Dezember habe sie die ersten Symptome verspürt, erzählt die 41-jährige Susanne K. (Name v. d. Redaktion geändert) aus Chemnitz. "Es begann mit leichtem Husten. Am nächsten Tag kamen starke Kopf-und Gliederschmerzen dazu." Sie sei sehr schlapp gewesen und jeder Schritt habe sie extrem angestrengt. "Das hat sich angefühlt wie starker Muskelkater, besonders in den Oberschenkeln." Als keine Besserung eintrat, habe sie am zweiten Weihnachtsfeiertag bei einem Bereitschaftsarzt einen Schnelltest gemacht. Ergebnis: negativ.

Wäschewaschen wurde zum Aha-Eerlebnis

Allerdings blieben Susanne K. auch danach noch Zweifel, denn ihr Zustand verbesserte sich in den kommenden Tagen nicht. "Zwei Tage später bemerkte ich, dass mein Geruchs- und Geschmackssinn verschwunden war." Nach dem Wäschewaschen habe sie zuerst gedacht, sie habe das Waschmittel vergessen, weil die Wäsche nicht mehr geduftet habe. "Mein Mann sagte, die Wäsche würde frisch gewaschen riechen, so wie immer. Da war mir alles klar." Ein Rachenabstrich am 29. Dezember beim Hausarzt habe ihr dann die Gewissheit gebracht, dass sie an Covid-19 erkrankt sei. "Wo ich mich angesteckt haben könnte, weiß ich selbst nicht. Ich arbeite im Homeoffice, aber mein Mann war bis kurz vor Weihnachten arbeiten." Auch eine Ansteckung durch Kontakte in der Familie könne man nie ganz auschließen, auch wenn sie entsprechend vorsichtig gewesen seien.

Ansteckungsgefahr beim Arzt

Erschreckend fand Susanne K. den Besuch beim Hausarzt. "Obwohl ich die Schwestern auf meine eindeutigen Symptome hingewiesen hatte, sollte ich mich in einem kleinen Wartezimmer zu anderen Patienten  setzen." Sie habe lieber vor der Tür gewartet, um niemanden zu gefährden.

Krankenhaus gibt teilweise Entwarnung

Zu Neujahr habe sich Ihr Zustand so weit verschlechtert, dass sie der Notarzt ins Krankenhaus bringen musste, erzählt Susanne K. weiter. "Ich dachte, ich bekomme nicht mehr genügend Luft und zitterte am ganzen Körper. Das war eine regelrechte Panikattacke." Im Krankenhaus sei sie untersucht worden. "Glücklicherweise waren die Werte den Umständen entsprechend in Ordnung. Das beengte Gefühl im Brustkorb sei normal, sagten die Ärzte." Das könne ein paar Wochen anhalten.

Man merkt, dass das Virus nicht so harmlos ist, wie viele Menschen denken.

Susanne K. nach überstandener Covid-19-Erkrankung

Quarantänebescheid erst nach sieben Tagen

Nach dem positiven Test dauerte es sieben Tage, bis der Quarantänebescheid vom Gesundheitsamt kam. Sie wolle aber niemandem einen Vorwurf machen. Die Mitarbeiter dort arbeiteten mit Sicherheit auch am Limit, sagte sie. "Wir hatten uns aber vorsorglich schon selbst in Quarantäne begeben. Mein Mann hatte glücklicherweise nur leichtere Symptome und unsere drei Kinder waren die ganze Zeit quitschfidel," erzählt sie lachend. Lebensmittel hätten die Nachbarn besorgt und zum Kochen habe sie sich manchmal einen Stuhl vor den Herd gestellt, weil sie sich schwach fühlte. "Zum Glück haben wir einen Garten am Haus, da konnten die Kinder auch einmal vor die Tür."

Licht am Ende des Tunnels

Jetzt, drei Wochen nach Beginn der Krankheit, kann Susanne K. wieder lachen. "Die Quarantäne ist vorbei und ich fühle mich auch langsam besser. Auch der Geruchssinn kam nach zehn Tagen langsam wieder und wird immer besser." Fit für die Arbeit sei sie aber noch nicht, sodass sie noch eine weitere Woche krankgeschrieben sei.

Eine Frau mit langen Haaren blickt in einem Park auf einen verschneoten Park mit zugefrorenem Teich.
Susanne K. hat die Quarantäne hinter sich und kann wieder an die frische Luft. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 13.01.2021 | 17:50 Uhr

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