Neue Allgemeinverfügung Hoffnung für Chemnitzer Weihnachtsmarkt

Der Chemnitzer Weihnachtsmarkt am Alten Rathaus
Noch gibt es Hoffnung für den Chemnitzer Weihnachtsmarkt. Sprach die Stadt am Montag noch von einer Absage im Laufe dieser Woche, soll nun eine endgültige Entscheidung so spät wie möglich getroffen werden. Bildrechte: dpa

Die Stadt Chemnitz prüft eine mögliche Absage des Weihnachtsmarktes. Das teilte die Stadt am Dienstag mit. Sprach der Pressesprecher am Montag noch von einer voraussichtlichen Absage im Laufe dieser Woche, stellte Ordnungsbürgermeister Miko Runkel am Dienstag klar, dass es noch keine abschließende Entscheidung gebe.

"Die Gesundheit der Besucher hat Priorität", so Runkel. "Die Stadt versucht trotzdem alles, um das möglich zu machen, was verantwortlich machbar ist – auch wenn die Chance derzeit nicht groß ist." Voraussetzung für das Stattfinden des Weihnachtsmarkts seien sinkende Fallzahlen. Eine endgültige Entscheidung zum Weihnachtsmarkt soll so spät wie möglich, voraussichtlich in der nächsten Woche, getroffen werden.

Die Stadt erhofft sich eine möglichst einheitliche Linie bei dieser Frage von den angekündigten neuen Regelungen des Landes. Es sei nicht sinnvoll, so Runkel, wenn zum Beispiel Chemnitz den Weihnachtsmarkt absagt und alle ins Erzgebirge auf Weihnachtsmärkte fahren oder umgekehrt.

Chemnitz überschreitet Corona-Warnwert

In Chemnitz war am Wochenende der sogenannte Corona-Inzidenzwert von 50 Fällen pro 100.000 Einwohnern überschritten worden. Das hatte die Stadt am Montag auf einer Pressekonferenz mitgeteilt. Demnach liegt der aktuelle Wert bei 54,4 (Stand: 20. Oktober, 14:30 Uhr). Der Inzidenzwert ist maßgeblich für die Einstufung als Risikogebiet. Chemnitz gilt offiziell aber noch nicht als Risikogebiet.

"Wir haben eine absolut dezentrale Entwicklung hier in Chemnitz", sagte Harald Uerlings, Amtsarzt von Chemnitz. "Wir haben wenige Hotspots durch eine Veranstaltung oder durch eine Einrichtung."

Die Kontaktverfolgung funktioniere derzeit gut in der Stadt. "Ab nächste Woche hilft uns die Bundeswehr mit sechs Soldatinnen und Soldaten", so Uerlings. Ein Kontrollverlust würde Uerlings zufolge rasante Infektionsanstiege zur Folge haben.

Neue Allgemeinverfügung ab Mittwoch

Eine neue Allgemeinverfügung wurde erarbeitet und soll ab Mittwoch in Kraft treten. "Maßnahmen darin sind unter anderem, dass Feiern oder Treffen von Familien oder Freunden im öffentlichen und privaten Bereich auf zehn Personen eingeschränkt werden", sagt Pressesprecher Matthias Nowak. "Es wird ab 22 Uhr bis 5 Uhr morgens eine Sperrstunde geben für Schank- und Speisewirtschaften - mit Alkoholverbot."

Pressekonferenz
Am Montag verkündeten Ordnungsbürgermeister Miko Runkel, Amtsarzt Harald Uerlings und Pressesprecher Matthias Nowak die Pläne für die neue Allgemeinverfügung. Bildrechte: MDR/Michael Langner

Veranstaltungen sollen auf 50 Besucher begrenzt werden. Ansammlungen und Veranstaltungen im öffentlichen Raum werden verboten, Feiern dürfen privat oder in Gaststätten nur noch maximal mit zehn Personen erfolgen. Außerdem sollen stärkere Kontrollen der Maßnahmen vorgenommen werden.

Grundsätzlich appelliert die Stadt Chemnitz weiterhin an alle Bürgerinnen und Bürger: Abstand halten, Hygienemaßnahmen beachten, Maske da aufsetzen, wo es zu eng wird. Und wir hoffen, dass diese Maßnahmen ausreichend sind, um einen weiteren grassierenden Anstieg zu verhindern.

Matthias Nowak Pressesprecher der Stadt Chemnitz

Klinikum Chemnitz: Belastungsgrenze nicht erreicht

"Im Klinikum Chemnitz liegen derzeit 30 Patienten mit Corona-Symptomen und fünf zusätzlich auf der Intensivstation", sagte Nowak am Montagvormittag. Die Lage sei sehr ernst, da die Kliniken im Umfeld in den Landkreisen überfüllt seien. "Das Klinikum Chemnitz kommt langsam, wenn auch nicht von der Bettenanzahl, an seine Belastungsgrenzen", so Nowak.

Das Klinikum Chemnitz stellte am Dienstag klar, dass die Belastungsgrenze nicht erreicht sei. Die Aussage sei aufgrund eines Übermittlungsfehlers zustande gekommen. "Der Durchlauf an Patienten mit Covid-19 oder Covid-19-Verdacht ist in unserem Haus sehr hoch", so das Klinikum in einer Mitteilung. "Als Krankenhaus der Maximalversorgung sind wir jedoch auf solche Situationen eingestellt."

Quelle: MDR/al/ml

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 19.10.2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Mulb vor 5 Wochen

Ich hoffe ja das die Kliniken nicht aufgrund der personellen Situation an ihre Grenzen kommen wenn es schon nicht die Bettenanzahl ist... aber an was könnte es dann liegen. Müsste ja ein allg. Problem in der Pflege sein...ahhh doch personell?
Und die fahrgastkontrolöre vielleicht. Weibl stellen sich auch nicht gegen 100kg größe Männer...

clodh vor 5 Wochen

Schön wenn eine Nachverfolgung stattfindet durch die Bundeswehr doch warum werden immer noch Fahrgäste befördert die keine Maske tragen oder diese nicht ordnungsgemäß tragen.Da wird durch die Fahrer und Fahrerinnen mehr Geld gefordert aber bei einer Kontrolle der einsteigenden Personen wird gepflegt weggeschaut sowas ist ärgerlich und nun stehen wir hier kurz vor der einstufung zum Risikogebiet und Vermutlich zur hälfte wegen mangelnder Kontrollen in den Bereichen wo viele Menschen aufeinander treffen. Gut aufgepasst Behörde!!!

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