Corona-Pandemie Zweite Corona-Schutzimpfung in Chemnitzer Seniorenresidenz

Eine Person bekommt eine Impfung mit dem Corona-Impfstoff in den Oberarm gespritzt.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der "Alexa"-Seniorenresidenz in Chemnitz haben sich am Montag zum zweiten Mal gegen Corona impfen lassen. Krankenschwester Nicole Oehme hat Anfang des Jahres die erste Impfdosis erhalten. Nebenwirkungen habe die 44-Jährige bislang nicht verspürt. Trotzdem sei da immer noch dieses ungute Gefühl, sagt sie, weil der Impfstoff noch nicht so lange auf dem Markt sei.

Für die Impfung habe sie sich aus einem einfachen Grund entschieden: "Mein Mann arbeitet auch im Krankenhaus. Dort gibt es auch beim Personal schwere Erkrankungen." Daher habe sie gesagt, wir sind mal Vorbild und machen es auch.

Krankenschwester Nicole Oehme trägt eine Brille und eine Mund-Nasen-Bedeckung im Gesicht.
Krankenschwester Nicole Oehme hat sich am Montag für die zweite Corona-Schutzimpfung entschieden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Hälfte der Mitarbeiter lässt sich impfen

Die Hälfte der etwa 50 Mitarbeiter der Seniorenresidenz hat von dem Impfangebot Gebrauch gemacht. Heimleiterin Antje Hillinger hält das für eine akzeptable Quote. Zur Impfung überreden oder gar zwingen wolle sie aber niemand. "Es muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er sich impfen lassen will oder nicht. Wir haben alle noch die Erfahrungen der Schweinegrippe im Ohr. Damals gab es im Nachhinein Nebenwirkungen." Sie könne den Mitarbeitern nicht versprechen, dass es bei der Corona-Schutzimpfung keine gebe. "Das weiß niemand."

Antje Hillinger ist Heimleiterin einer Seniorenresidenz. Sie trägt eine Brille und eine Mund-Nasen-Bedeckung im Gesicht.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ich bin froh über die, die sich impfen lassen.

Antje Hillinger Heimleiterin "Alexa"-Seniorenresidenz Chemnitz

Überzeugung statt Drohungen

In der Seniorenresidenz setzt man bei der Corona-Schutzimpfung auf Überzeugung der Bewohner und des Personals. Arbeitsrechtliche Schritte gegen Mitarbeiter, die sich nicht impfen lassen wollen, seien bei Alexa kein Thema. Kündigungen, wie sie bei einem Pflegedienst in Dessau-Roßlau gegen Impf-Verweigerer ausgesprochen wurde, könnten auch höchst bedenklich sein, sagt Thomas Beneking. Er ist Fachanwalt für Arbeitsrecht. "Aus meiner Sicht dürfte es rechtliche Konsequenzen aus einer Impfverweigerung nur geben, wenn auch sicher ist, dass die Impfung dazu führt, dass man Pflegeheimbewohner oder Krankenhauspatienten dadurch nicht mehr infizieren kann." So lange das nicht geklärt sei, sehe er das arbeitsrechtlich als sehr problematisch an.

Auch Bewohner der Seniorenresidenz sind geimpft worden

Auch mehr als 100 Heimbewohner der Seniorenresidenz sind mittlerweile geimpft. Es könnten noch mehr sein, sagt Heimleiterin Antje Hillinger. "Dazu bräuchte es aber eine größere Akzeptanz, mehr Aufklärung und auch ausreichend Impfstoff."

Quelle: MDR/tfr/sb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR Sachsenspiegel | 25.01.2021 |19:00 Uhr

Mehr aus Chemnitz und Stollberg

Mehr aus Sachsen

Eine Frau lässt sich Impfen. 2 min
Bildrechte: imago images/Jacob Schröter