07.05.2020 | 18:13 Uhr Tänzerischer Protest der Tanzschulen in Chemnitz

Am Mittwoch hat die sächsische Landesregierung angekündigt, die Einschränkungen in der Corona-Krise weiter zu lockern. Auch Tanzschulen sollen bald wieder öffnen dürfen. Trotzdem gab es tänzerischen Protest in Chemnitz.

Tänzerinnen und Tänzer tanzen allein mit großem Abstand auf dem Chemnitzer Markt
Viele Tänzer haben tänzerisch für die Öffnung der Chemnitzer Tanzschulen demonstriert. Bildrechte: Haertelpress/Harry Härtel

Vor einem Banner mit der Aufschrift "Tanzen ist Leben!" haben sich am Donnerstag die vier Chemnitzer Tanzschulen "Köhler-Schimmel", "Emmerling", "Passion Life" und "Tanzstudio Chemnitz" ihren Ärger von der Seele getanzt. Der Protest der Tänzer richtete sich gegen die sächsische Corona-Verordnung, die den Tanzschulen seit dem 17. März 2020 ihre Arbeit untersagt.

Betreiber machen auf ihre Kompetenz aufmerksam

Mirko Dreischarf, der Geschäftsführer der Tanzschule Emmerling, hat den Protest auf dem Chemnitzer Markt mit initiiert. "Wir haben gestern aus den Medien erfahren, dass eine Öffnung der Tanzschulen in Sachsen in Aussicht gestellt wird. Aber entsprechende Richtlinien dafür werden ja gerade erst erarbeitet." Die Tanzschulen wollten auch darauf aufmerksam machen, dass sie bislang in den Verordnungen des sächsischen Sozialministeriums im gleichen Atemzug mit Bordellen und Spielhallen genannt worden seien.

Wir verstehen unsere Tanzschulen als Schnittpunkt von Kultur-, Fitness-, Bildungs- und Gastronomieeinrichtungen.

Mirko Dreischarf Geschäftsführer der Tanzschule Emmerling

Zudem seien durch die anhaltende Schließung der Tanzschulen auch viele Arbeitsplätze in Gefahr.

Tanzschulen haben Konzepte in der Schublade

Die Chemnitzer Tanzschulen haben sich nach eigenen Angaben schon mehrfach erfolglos an Bundes- und Landespolitiker sowie die Verwaltung gewandt, um auf ihr Problem aufmerksam zu machen. Dies sei bisher ergebnislos geblieben.

Mirko Dreischarf, Geschäftsführer der Tanzschule Emmerling
Mirko Dreischarf, der Geschäftsführer der Tanzschule Emmerling. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

In der Zwischenzeit seien eigene Konzepte entstanden, sagt Mirko Dreischarf. "Alle Mitarbeiter haben Hygieneschulungen absolviert. Sie wissen also, wie wir in Zukunft mit persönlicher Hygiene und der Raumhygiene verfahren müssen." Außerdem hätten alle Chemnitzer Tanzschulen den Vorteil, über sehr große Räume zu verfügen. "Damit lassen sich mögliche Abstandsregeln sehr gut einhalten."

Das führten die Tänzerinnen und Tänzer bei ihrem Tanzprotest vor. Sie tanzten einen reinen Paartanz wie den "Discofox" mit einem Abstand von 1,50 Metern. Zwei Zollstöcke dienten als Abstandshalter.

Tanzpaare auf dem Chemnitzer Markt halten beim Tanzen Abstand mit Gliedermaßstäben
Schmiege statt (an)schmiegen. So könnte der "Discofox" in Zukunft getanzt werden. Bildrechte: Haertelpress/Harry Härtel

Jetzt wollen die Chemnitzer Tanzschulen abwarten, wie die angekündigte Regelung des sächsischen Sozialministeriums aussieht. Sollte sie bis zur nächsten Woche nicht vorliegen, wollen sie am nächsten Donnerstag wieder gemeinsam auf dem Chemnitzer Markt protestieren. Sie hatten schon im Vorfeld den Donnerstag zum "Tag des Tanzens" erklärt.

Die silbrig glänzenden Tanzschuhe einer Tänzerin neben einem Markierungskreuz
Immer donnerstags wollen die Chemnitzer Tänzer vom "Tag des Tanzens" auf den Chemnitzer Markt kommen. Bildrechte: Haertelpress/Harry Härtel

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 07.05.2020 | 19:00 Uhr

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