25.02.2020 | 17:30 Uhr | Update Neuer Corona-Verdachtsfall in Chemnitz - Sieben Sachsen unter Beobachtung

Quarantäne Corona-Virus
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In Sachsen ist eine siebte Personen wegen des sich ausbreitenden Coronavirus isoliert worden. Das teilte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping am Mittwoch mit. Die Person müsse vorerst zu Hause bleiben. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, hieß es. Die Frau habe Mitte Februar Verwandte in der Lombardei (Italien) besucht - bevor dort Corona-Fälle bekannt wurden. Nach ihrer Rückkehr habe sie von den Sicherheitsmaßnahmen der italienischen Gesundheitsbehörden erfahren und sich beim Gesundheitsamt in Chemnitz gemeldet. Sie verwies bei den Behörden darauf, dass sie in der Dienstleistungsbranche arbeite und Kontakt zu vielen Menschen habe. In einer Klinik wurde sie untersucht, negativ getestet und zeigt nach Behördenangaben auch keine Krankheitssymptome.

Fünf Kreuzfahrt-Rückkehrer unter Beobachtung

Im Landkreis Meißen und in Dresden befinden sich weitere fünf Personen in häuslicher Quarantäne. Sie waren von einer Kreuzfahrt auf dem Schiff "Westerdam" durch Asien zurückgekehrt und sind ebenfalls gesund. Diese Isolation dauert noch bis Ende dieser Woche. Dann sind für alle Rückkehrer die 14 Tage häusliche Isolation beendet und damit auch die maximale Inkubationszeit vorüber.

Verstoß gegen Isolation strafbar

Ferner gab es in Sachsen einen weiteren Verdachtsfall. Aus dem Ministerium hieß es bereits vorige Woche dazu: "Eine Frau aus dem Erzgebirgskreis war an einem Atemwegsinfekt erkrankt und hatte zuvor flüchtigen Kontakt zu einem bestätigten Fall in Bayern in der Firma Webasto gehabt." Inzwischen gibt es Entwarnung, mittels Laboruntersuchungen sei "eine Infektion mit dem Coronavirus definitiv ausgeschlossen".

Die Isolation zu Hause - ohne soziale Kontakte - ist den Angaben zufolge freiwillig, kann allerdings von den zuständigen Gesundheitsämtern kontrolliert werden. Verstöße gegen das sogenannte Infektionsschutzgesetz können mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden.

Die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus ist in Sachsen weiterhin gering, kann aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Petra Köpping, Gesundheitsministerin

Ärzte und Kliniken gut vorbereitet

Ministerin Köpping sagte, die Gesundheitsämter, Krankenhäuser und niedergelassenen Ärzte seien sehr gut vorbereitet und wissen was zu tun ist.

Als Corona-Verdachtsfall gelten nach Ministeriumsangaben die Personen, die über Symptome von Atemwegserkrankungen verfügen und direkt aus einer Corona-Krisenregion kommen oder direkten Kontakt zu Personen aus einer Krisenregion hatten. Die Ministerin erklärte: "Für diese Personen gilt, sich telefonisch direkt in einem Krankenhaus anzumelden und sich dann unverzüglich dorthin zu begeben. Dort werden alle weiteren Tests eingeleitet." Neben dem Klinikum St. Georg in Leipzig gibt es auch im Klinikum Dresden und Chemnitz spezielle Stationen für Infektionskrankheiten. Auch die Universitätskliniken in Dresden und Leipzig sind für solche Erkrankungen ausgestattet.

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.02.2020 | 16:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 25. Februar 2020, 17:30 Uhr

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