Das "Rothaus" in Chemnitz nach dem Angriff am 21. September 2018 mit einer kaputten Fensterscheibe und Eiern an der Tür
In der oberen Etage ging eine Scheibe zu Bruch. Bildrechte: Harry Härtel

Steinwürfe Angriff auf "Rothaus e.V." am Rande der "Pro Chemnitz"-Demo

Das "Rothaus" in Chemnitz nach dem Angriff am 21. September 2018 mit einer kaputten Fensterscheibe und Eiern an der Tür
In der oberen Etage ging eine Scheibe zu Bruch. Bildrechte: Harry Härtel

Am Rand der Demonstration von "Pro Chemnitz" hat es einen Angriff auf das "Rothaus" gegeben. Wie MDR SACHSEN vor Ort erfahren hat, haben mehrere Angreifer das Gebäude mit Steinen beworfen, eine Scheibe ging zu Bruch. In dem Haus haben unter anderem die Linken-Landtagsabgeordneten Susanne Schaper und Klaus Bartl ihre Parteibüros.

Polizei ermittelt gegen Unbekannt

Das "Rothaus" in Chemnitz nach dem Angriff am 21. September 2018 mit einer kaputten Fensterscheibe und Eiern an der Tür
Gegen die Tür wurden Eier geworfen. Bildrechte: Harry Härtel

Zum Zeitpunkt des Angriffs hielten sich mehrere Personen in dem Gebäude auf, darunter der Versammlungsleiter der Gegendemonstration. Sie waren gerade dabei, die Lautsprechertechnik der Demonstration zurück zu bringen, als etwa fünf Personen auf das Gebäude zurannten und mit Steinen schmissen. Sie waren offenbar aus dem Demonstrationszug von "Pro Chemnitz" ausgebrochen, der nur rund 50 Meter vom "Rothaus" entfernt vorbeiführte.

Wie der Versammlungsleiter der Gegendemo im Gespräch mit MDR SACHSEN sagte, haben er und seine Mitstreiter sich schnell verbarrikadiert und die Polizei gerufen. Die Angreifer seien noch einmal zurück gekommen und hätten Eier an die Tür geschmissen. Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt.

2.000 Teilnehmer bei "Pro Chemnitz", 400 Gegendemonstranten

An der Demonstration des rechtspopulistischen Bündnisses "Pro Chemnitz" haben am Freitag nach Polizeiangaben rund 2.000 Menschen teilgenommen, bei der Gegendemonstration waren es demnach etwa 400. "Pro Chemnitz" hat dabei, wie schon in den Wochen zuvor, großen Zulauf während des laufenden Demonstrationszuges erhalten. Zum Zeitpunkt der Kundgebung hatte es in Chemnitz kräftig geregnet. 800 Polizisten sicherten die Veranstaltungen ab.

Demonstrationen Chemnitz am 21.9.2018
Die Gegendemonstranten versammelten sich an der Stadthalle. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Polizei aus vier Bundesländern und der Bundespolizei

21.09.2018, Sachsen, Chemnitz: Teilnehmer einer Demonstration der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz ziehen durch die Stadt. Die Demonstration des rechtspopulistischen Bündnisses «Pro Chemnitz» und eine Gegendemo haben am Freitagabend zunächst weniger Menschen angezogen als in der Vorwoche.
"Pro Chemnitz" hat angekündigt, bis zur Landtagswahl 2019 jeden Freitag demonstrieren zu wollen. Bildrechte: dpa

Am Freitag der Vorwoche waren bis zu 3.500 Menschen bei "Pro Chemnitz" mitgelaufen. Diesmal wollte das Bündnis laut Demoaufruf unter anderem gegen die Freilassung eines irakischen Tatverdächtigen im Fall des getöteten Daniel H. demonstrieren. Die Polizei war wieder mit einem Großaufgebot vor Ort. Bei der Absicherung der Veranstaltungen wurde die sächsische Polizei von Einsatzkräften aus Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Baden-Württemberg sowie der Bundespolizei unterstützt.

Am vergangenen Freitag war es kurz nach 21 Uhr zu einer Auseinandersetzung auf der Schlossteichinsel gekommen. Dort hatten sich nach bisherigen Erkenntnissen 15 Personen als "Bürgerwehr Chemnitz" ausgegeben und eine Gruppe Deutscher und Ausländer angegriffen. Eine Person wurde dabei verletzt. Gegen die Angreifer wird ermittelt. Ob sie zuvor an der "Pro Chemnitz"-Veranstaltung teilgenommen haben, ist nicht bekannt. Nach Informationen des Twitterprojekts "Streetcoverage" hat sich "Pro Chemnitz" von der Bürgerwehr distanziert und stattdessen angekündigt, eigene Streifen zu schaffen.

Quelle: MDR/dk/tf/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 21.09.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 21. September 2018, 22:34 Uhr

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