Einmaliges Projekt in Sachsen Praxisbausteine sollen Behinderten den Weg in den Arbeitsmarkt erleichtern

Zwei Männer mit Mundschutz arbeiten an einem Metallrahmen, dahinter ein elektronisches Steuerteil.
Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Die Diakonie Sachsen startete 2014 das bundesweit einmalige Projekt „Wir starten Berufe! Anerkannt – Standardisiert – Praxisbaustein“. Behinderten Menschen soll mit der Qualifikation die berufliche Bildung und damit der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden.

Diakonie Sachsen hat die Praxisbausteine entwickelt

Nach dem Start des Projektes "Praxisbaustein" im Jahr 2017 hat die Diakonie Sachsen 84 Praxisbausteine für elf Praxisfelder entwickelt. Die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern haben die Module anerkannt und stellen entsprechende Abschlusszertifikate aus. Mittlerweile bieten mehr als die Hälfte der 61 sächsischen Werkstätten für behinderte Menschen die zweijährige Ausbildung in den unterschiedlichen Berufsfeldern an. Im vergangenen Jahr wurden in Sachsen 117 Zertifikate erteilt.

Ein großes Schil an Bürocontainern: 'Berufsbildungszentrum', daneben: 'Stadtmission Chemnitz'
In den Partner-Werkstätten der Stadtmission Chemnitz werden Menschen mit Behinderung qualifiziert. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Praxisfelder der Ausbildung Küche und Service, Wäscherei, Montage, Lager, Logistik und Verpackung, Bürodienstleistung, Mediengestaltung, Reinigung, Holzbearbeitung, Metallbearbeitung, Keramik, Näherei

Beauftragter der Bundesregierung lobt das Projekt

Jürgen Dusel, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, hat am Dienstag bei einem Besuch der Partnerwerkstätten der Diakonie Chemnitz die Ausbildung gelobt. "Ziel muss sein, dass Menschen mit Behinderungen mehr berufliche Teilhabe auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erfahren." Das Projekt in den Partnerwerkstätten leiste dazu einen wichtigen Beitrag.

Mehr behinderte Menschen in Sachsen beschäftigt

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit hat sich die Beschäftigungssituation von schwerbehinderten Menschen in den vergangenen Jahren verbessert. Demnach waren 2018 insgesamt 45.292 schwerbehinderte Frauen und Männer in Betrieben mit zwanzig und mehr Arbeitsplätzen beschäftigt. Das entspricht einem Zuwachs von 2,4 Prozent. Um die Situation weiter zu verbessern, hat die Arbeitsagentur 2019 die Initiative „Einstellung zählt - Arbeitgeber gewinnen“. Damit sollen weitere Unternehmen für die Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen gewonnen werden.

In einer Werkstatt arbeiten eine Frau und ein Mann mit Munschutz an Werkbänken und Bohrmaschine.
Mit einem Ausbildungszertifikat soll den Menschen mit Behinderung der Weg zu einem Arbeitsplatz geebnet werden. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 04.08.2020 | 19:00 Uhr
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.08.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

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