Illustration: 5G - Konzept der drahtlosen Kommunikationstechnologie.
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Studie "Energiewelt Ost" EnviaM sieht Nachholbedarf bei digitalen Angeboten

Die Menschen im Osten sagen weiterhin Ja zur Energiewende. Doch es gibt auch kritische Stimmen. Der Energiedienstleister enviaM hat die Bürger befragt und interessante Zahlen zusammengetragen. Am Donnerstag wurden die Ergebnisse der jüngsten Studie "Energiewelt Ost" in Leipzig vorgestellt.

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Eigentlich stehen die meisten Ostdeutschen - 69 Prozent - hinter der Energiewende als Beitrag zum Klimaschutz. Trotzdem wird die Kritik lauter. Denn nur 15 Prozent - bei der letzten Analyse im Jahr 2016 waren es noch 35 Prozent - sind aktuell mit der Umsetzung zufrieden, wie die aktuelle Studie "Energiewelt Ost" des in Chemnitz ansässigen Energieversorgers enviaM zeigt.

Windrad und Strommast
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Auch glauben derzeit nur noch 43 Prozent der Einwohner aus den fünf ostdeutschen Bundesländern und Berlin an ein Gelingen der Energiewende; 2016 waren es noch 50 Prozent. Mehr als die Hälfte der Bürger (55 Prozent) haben bei der Befragung angegeben, Angst vor steigenden Strompreisen zu haben, unter anderem wegen des bevorstehenden Kohleausstiegs. Der Ausstieg aus Atom- und Kohlestrom kommt für die Ostdeutschen nur auf die Ränge vier und fünf unter sechs Kriterien. enviaM-Vorstandsvorsitzender Stephan Lowis sieht als zentralen Brennpunkt die Bezahlbarkeit der Energiewende, denn 62 Prozent der Bürger wollen eine gerechtere Kostenverteilung.

Ohne die Akzeptanz der Bevölkerung ist die Energiewende in Ostdeutschland nicht möglich. Gebot der Stunde ist deshalb eine Aufbruchsstimmung, die die Menschen mitreißt und den Glauben an den Erfolg der Energiewende stärkt.

Stephan Lowis enviaM-Vorstandsvorsitzender

Lowis fordert mehr Engagement der Politik

Hier sei die Politik gefordert, so der Vorstandsvorsitzende. Diese müsse die Bezahlbarkeit zur Chefsache machen und die Strompreise für Haushalte neu regeln. Sie habe dazu alle Hebel in der Hand. Denn mehr als 70 Prozent des Strompreises sind staatlich festgelegt beziehungsweise reguliert. Davon entfallen mehr als 50 Prozent auf Steuern, Abgaben und Umlagen. "Ein Vorschlag wäre, die Stromsteuer abzuschaffen", so Lowis.

Erstmals digitale Gewohnheiten abgefragt

Angesichts der Schlüsselrolle der Digitalisierung für die Energiewende hat enviaM die Ostdeutschen in der Studie erstmals zu ihren digitalen Gewohnheiten befragt. Das Ergebnis: Die Bürger denken und handeln digital. Die Mehrheit macht Online-Shopping (87 Prozent) und Online-Banking (80 Prozent), nutzt Apps (73 Prozent), Navigation (71 Prozent), Vergleichsportale (66 Prozent) und soziale Medien (58 Prozent). Nach Ansicht von 44 Prozent der Befragten macht die Digitalisierung ihren Alltag einfacher. Nur 15 Prozent meinen, dass Abläufe komplizierter werden.

Bei der Energieversorgung sind die Ostdeutschen allerdings noch zurückhaltend. Lediglich 14 Prozent nutzen bislang digitale Energieanwendungen wie eine intelligente Energiesteuerung im Haushalt (Smart Home).

Für Pressesprecher Stefan Buscher liegt nach diesen Erkenntnissen klar auf der Hand: "Wir müssen liefern. Es gibt eine klare Ansage der Menschen, dass sie einen Nachholbedarf bei digitalen Angeboten sehen und das möglichst einfach und preiswert." Zumindest sein Unternehmen werde jetzt intensiv über neue Angebote nachdenken.

Hintergründe zur Studie Die Studie "Energiewelt Ost" ist die einzige repräsentative Langzeitstudie zur Energiewende in Ostdeutschland. Seit 2012 befragt enviaM dazu die Bevölkerung in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Sie spiegelt nach Ansicht des Unternehmens wieder, wie die Verbraucher über die Energiewende denken. Das seien wichtige Informationen sowohl für die Energieunternehmen als auch die Politik.

Die aktuelle Umfrage wurde im Auftrag des Unternehmens vom Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK), Erfurt, im November 2018 durchgeführt. Einbezogen wurden mehr als 1.000 Personen.

Die enviaM-Gruppe ist der führende regionale Energiedienstleister in Ostdeutschland. Der Unternehmensverbund versorgt mehr als 1,3 Millionen Kunden mit Strom, Gas, Wärme und Energie-Dienstleistungen. Anteilseigner der enviaM sind mehrheitlich die innogy SE sowie rund 650 ostdeutsche Kommunen.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.01.2019 | 11:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Quelle: MDR/Brigitte Pfüller/dk/mit dpa

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Zuletzt aktualisiert: 17. Januar 2019, 19:34 Uhr

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