Ein Schild weist am Eingang zum Justizzentrum in Chemnitz auf den Sitz des Amtsgerichts und der Staatsanwaltschaft hin
Bildrechte: dpa

Kein hinreichender Tatverdacht Chemnitz: Ermittlungen gegen Tatverdächtigen im Fall Daniel H. eingestellt

Der Fall sorgte für teils gewalttätige Proteste und internationales Aufsehen: Am 26. August 2018 wird in Chemnitz der 35-jährige Daniel H. erstochen. Drei Tatverdächtige werden zunächst ermittelt - einer ist auf der Flucht, gegen einen weiteren ist Anklage erhoben, das Verfahren gegen den Dritten wurde jetzt eingestellt.

Ein Schild weist am Eingang zum Justizzentrum in Chemnitz auf den Sitz des Amtsgerichts und der Staatsanwaltschaft hin
Bildrechte: dpa

Im Fall des im August 2018 erstochenen Daniel H. in Chemnitz hat die Staatsanwaltschaft Chemnitz das Ermittlungsverfahren gegen einen der zunächst drei Tatverdächtigen eingestellt. Wie die Behörde am Freitag mitteilte, ist dem Iraker Yousif I. A. eine Tatbeteiligung nicht nachzuweisen. Weder die objektiven Spurenuntersuchungen noch die Zeugenaussagen hätten solche Ergebnisse geliefert. Zwei Zeugen der Tat hatten, so die Staatsanwaltschaft, zunächst beschrieben, dass Yousif I.A., an der Tat beteiligt war. Im Laufe der mehrmaligen Vernehmungen hätten sie diese Aussage aber nicht mehr aufrechterhalten.

Eine Gedenkplatte mit der Aufschrift «Daniel H. - 26.08.2018» an der Stelle der Gewalttat unweit des Karl-Marx-Monumentes.
Eine Gedenkplatte erinnert an der Stelle der Gewalttat an Daniel H. Bildrechte: dpa

Der Iraker sei zwar zur Tatzeit am Tatort gewesen, hieß es. Er habe auch nach der Auseinandersetzung gemeinsam mit dem Angeschuldigten Alaa S. und dem noch flüchtigen beschuldigten Farhad R. die Flucht ergriffen. Dass er jedoch auch an der Auseinandersetzung beteiligt war, die zum Tod von Daniel H. geführt hatte, könne ihm nicht nachgewiesen werden, so die Staatsanwaltschaft.

Weil Yousif I.A. vom 26. August bis 18. September 2018 in Untersuchungshaft war, kann er nun binnen eines Monats einen Antrag auf Entschädigung wegen der erlittenen Strafverfolgungsmaßnahme stellen, hieß es weiter.

Zwei Tatverdächtige - einer noch flüchtig

Gegen einen der beiden anderen Tatverdächtigen, den 23 Jahre alten Syrer Alaa S., wurde Anfang Januar Anklage erhoben. Ihm wird gemeinschaftlicher Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Sein mutmaßlicher Komplize, der 22-jährige Iraker Farhad R. A., wird noch mit internationalem Haftbefehl gesucht. Sein Verfahren wurde abgetrennt.

Am 26. August 2018 war es am Rand des Chemnitzer Stadtfestes zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen gekommen, die eskalierte. Der 35-jährige Daniel H. wurde dabei erstochen. Der tödliche Vorfall löste eine Reihe ausländerfeindlicher Proteste in der Stadt aus, die bundesweit für Aufsehen sorgten.

Quelle: MDR/epd/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.01.2019 | 10:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2019, 21:31 Uhr

Mehr aus Chemnitz und Stollberg

Mehr aus Sachsen