Bibliothek und Ausstellung Stefan-Heym-Forum in Chemnitz eröffnet

Zwei Fraune vor Bücherregalen im Gespräch.
"Die Bibliothek eines Menschen ist Spiegel seiner Seele, seiner Persönlichkeit, seiner geistigen Welt", so Ulrike Uhlig, Vorstandsvorsitzende der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft e. V. Zusammen mit Inge Heym eröffnete sie am Freitag das Stefan-Heym-Forum in Chemnitz. Bildrechte: MDR/Ines Gruner-Rudelt

Fast 19 Jahre nach dem Tod von Stefan Heym ist in Chemnitz ein Forschungs- und Ausstellungszentrum zum Leben und Werk des Schriftstellers eröffnet worden. Dort wird auch seine Arbeitsbibliothek dauerhaft der Forschung zugänglich gemacht. Das Stefan-Heym-Forum ist seit Freitagnachmittag im Kulturzentrum "Tietz" im Stadtzentrum zu den normalen Öffnungszeiten kostenfrei zu sehen.

Ausgestattet mit einem Originalschreibtisch, dem passenden Stuhl und mehr als 2.000 Bänden aus dem Privatbesitz des Ehepaares Heym bildet die Arbeitsbibliothek den Mittelpunkt des Forums. Ein Großteil der rund 2.500 Bände wird im originalen Mobiliar aus Heyms Berliner Wohnhaus präsentiert. Enthalten sind Essays, Erstausgaben, Romane und Erzählungen samt Übersetzungen in mehr als 20 Sprachen sowie Werke befreundeter Autoren. Ergänzt wird dies durch eine multimediale Ausstellung.

Irgendwie ist es, als ob sich ein Kreis schließt. Er geht zurück nach Hause. Nun wird hier das letzte Kapitel geschrieben.

Inge Heym Witwe von Stefan Heym

Eröffnung Stefan Heym Forum
Die Einrichtung gewährt Einblick in das Leben und Schaffen Stefan Heyms und zeigt neben einer multimedialen Ausstellung auch die Arbeitsbibliothek von Stefan und Inge Heym. Bildrechte: MDR/Ines Gruner-Rudelt

"Die Stefan-und-Inge-Heym-Arbeitsbibliothek hat hier im TIETZ einen würdigen Platz gefunden. Mitten im kulturellen Leben einer kulturell lebhaften Stadt", sagte die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch. "Und die Stefan-und-Inge-Heym-Arbeitsbibliothek wird gewiss zu einem besonderen Juwel des kulturellen Lebens von Chemnitz."

Die Einrichtung gewährt Einblick in das Leben und Schaffen Stefan Heyms und soll künftig sowohl von Forschern und Interessierten, als auch von Studenten und Schülern genutzt werden. Heym floh vor den Nationalsozialisten in die USA. Ab 1952 lebte er wieder im geteilten Deutschland - in der DDR, wo er zu einer wichtigen Stimme der oppositionellen Literatur wurde.

Quelle: MDR/al/igr/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 16.10.2020 | 19:00 Uhr

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