02.11.2019 | 11:40 Uhr Präsidium der Landessynode tagt zu Causa Rentzing

Auf einer erweiterten Präsidiumssitzung beraten Mitglieder der sächsischen Landessynode am Sonnabend in Chemnitz über die Zukunft der Landeskirche. Thema ist der Umgang mit der Situation nach dem Rücktritt von Landesbischof Carsten Rentzing zum 31. Oktober. Das Präsidium will unter anderem klären, wo die Grenzen zwischen rechtsextremen Äußerungen und den Positionen wertekonservativer Christen liegen.

Rentzing hatte nach einer politischen Debatte um seine Person seinen Rücktritt angeboten. Die Landeskirche hatte das Angebot angenommen. Erst war bekannt geworden, dass Rentzing bis heute Mitglied in einer schlagenden Studentenverbindung ist. Dann wurden von Rentzing verfasste Texte für eine rechte Zeitschrift öffentlich. Die Kirchenleitung stufte die 30 Jahre alten Texte aus der Studentenzeit Rentzings als "elitär, in Teilen nationalistisch und demokratiefeindlich" ein. Synodalpräsident Otto Guse hatte nach dem Rücktritt von Rentzing angekündigt, die Kirche werde sich damit befassen, wie sie mit rechten Positionen umgehen soll. So ist z.B. die ablehnende Haltung gegen Flüchtlinge, wie sie manche Politiker vertreten, nach Ansicht von Otto Guse nicht mit christlichen Wertvorstellungen vereinbar. Landeskirchenamtspräsident Hans-Peter Vollbach hatte zugleich betont, in der Landeskirche hätten sowohl konservative, als auch liberale Christen ihren Platz.

An der nichtöffentlichen erweiterten Präsidiumssitzung können alle Synodalen teilnehmen. Ein Großteil der insgesamt 80 Mitglieder der sächsischen Landessynode hätten ihr Kommen zugesagt, teilte Landeskirchensprecher Matthias Oelke im Vorfeld mit. Die Sitzung dient der Vorbereitung der Tagung der Landessynode vom 15. bis 18. November in Dresden. Dort seien Debatten um den Rücktritt Rentzings und seine Folgen vorgesehen.

Landessynode Der Landessynode ist gewissermaßen das Parlament der Kirche. Sie vertritt die Kirchengemeinden. Die Landessynode ist zuständig für die kirchliche Gesetzgebung, sie berät und bewilligt den Haushalt der Landeskirche und wählt den Landesbischof. Dem Gremium gehören 80 Mitglieder an. 20 Mitglieder werden von der Kirchenleitung berufen, 60 werden für sechs Jahre von Vertretern der Kirchgemeinden gewählt. Der Landessynode gehören sowohl Geistliche, als auch Laien an. Synodalpräsident ist seit 2008 Otto Guse. Neben ihm gehören sechs weitere Mitglieder dem Präsidium an.
Die Landessynode tagt in der Regel im Frühjahr und im Herbst. Die Sitzungen sind öffentlich.

Quelle: MDR/jr/wn/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.11.2019 | 10:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 02. November 2019, 11:44 Uhr

5 Kommentare

MDR-Team vor 11 Wochen

Lieber Nutzer,

es geht in diesem Beitrag um den früheren Landesbischof Rentzing, nicht um die Definition des Begriffs Flüchtling.

Bitte bleiben Sie beim Thema.
Kommentare ohne Bezug zum Thema des Beitrags werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.

Ihre MDR.de-Redaktion

L.E. vor 11 Wochen

"So ist z.B. die ablehnende Haltung gegen Flüchtlinge, wie sie manche Politiker vertreten, nach Ansicht von Otto Guse nicht mit christlichen Wertvorstellungen vereinbar." Wie wäre es denn einmal mit klarer Differenzierung-z.B. Asylberechtigte oder anerkannte Flüchtlinge nach der GFK? Verallgemeinerungen wie im obigen Satz sind schlichtweg Nebelkerzen, die den Suppentopf, in den ohnehin schon alles geworfen wird, noch schwieriger erkennbar machen.
Gegen Asylberechtigte und Anerkannte nach der GFK gibt es doch wohl kaum Unmut in der Gesellschaft.
Angehörige des Miri Clans unterfallen nach obigem Duktus dann wohl auch dem "Flüchtlingsbegriff"

aus Elbflorenz vor 12 Wochen

"So ist z.B. die ablehnende Haltung gegen Flüchtlinge, wie sie manche Politiker vertreten, nach Ansicht von Otto Guse nicht mit christlichen Wertvorstellungen vereinbar."
Irren ist menschlich, Herr Guse, Immer irren ist sozialdemokratisch (Strauß)

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