24.05.2019 | 17:47 Uhr "Fridays for Future" in Chemnitz: "Es gibt keinen Planet B."

Weltweit gingen am Freitag wieder Schüler für den Klimaschutz auf die Straße. In Chemnitz trafen sich mehrere Hundert junge Menschen am Karl-Marx-Kopf und zogen von dort für die "Fridays-for-Future"-Bewegung durch die Innenstadt.

Fünf Schüler halten ihr Plakat mit der Frage "Wohin?" auf der Fridays for Future Demo in Chemnitz.
Diese Schüler der siebten Klasse wurden von ihrer Schule freigestellt. Bildrechte: MDR/Anett Linke

"Wir wollen zeigen, dass wir für die Umwelt kämpfen", sagt die zwölfjährige Liuba Swantje Bäßler. "Es gibt keinen Planet B." Zusammen mit ihren Freunden aus der siebten Klasse ist sie am Freitag auf der "Fridays-for-Future"-Demonstration in Chemnitz. "Wenn es keine Zukunft gibt, hilft auch kein Mathe-Abi", ergänzt ihre ebenfalls zwölfjährige Freundin Dominique Bäßler. Ihre Schule unterstützt sie bei ihrem Engagement für die Umwelt. Sie bekommen eine Freistellung für die Demo und dürfen ihre Plakate zum Teil sogar im Kunstunterricht basteln. "Unsere Eltern ziehen auch voll mit", erzählt Dominique.

Liuba erklärt, worauf man im Alltag achten kann: "Nicht so viel Plastik verwenden, lieber mit dem Fahrrad als mit dem Auto fahren und nicht so viel shoppen gehen. Ich kann mein T-Shirt auch mehrere Jahre tragen, wenn es noch passt." Zusammen mit mehreren hundert Schülern demonstrieren sie am Freitag für den Klimaschutz in Chemnitz.

Eine Schülerin posiert mit Schmettelringsflügeln auf der Fridays for Future Demo in Chemnitz.
Die zwei Abiturientinnen fühlen sich von der Politik nicht ernst genommen. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Zwei Abiturientinnen auf der Chemnitzer Demo fühlen sich von der Politik nicht ernst genommen. "Wir gehen so lange auf die Straße, bis sie uns nicht mehr ignorieren", sagen sie. Am Sonntag dürfen die zwei zum ersten Mal wählen. "Es ist super, dass wir endlich mitbestimmen können. Wir wählen dann aber eher eine junge Partei."

Auch Marvin Müller, einer der Organisatoren der "Fridays-for-Future"-Demonstration in Chemnitz, findet es wichtig vor den Europa- und Kommunalwahlen am Sonntag auf die Straße zu gehen. "Wir wollen noch einmal darauf aufmerksam machen, warum es wichtig ist, für den Klimaschutz einzutreten", sagt er.

Impressionen der "Fridays-for-Future"-Demonstrationen in Sachsen

Bildergalerie "Fridays-for-Future"-Demonstrationen in Sachsen

Am Freitag gingen wieder Tausende Schüler auf die Straße. In Leipzig, Bautzen, Annaberg-Buchholz, Chemnitz, Dresden, Freiberg und Zwickau demonstrierten sie für mehr Klimaschutz.

 Schülerinnen und Schüler demonstrieren mit Protestplakaten vor dem Goldenen Reiter während des Fridays for Future in Dresden
In Dresden versammelten sich die Demonstranten vor dem Goldenen Reiter. Bildrechte: dpa
 Schülerinnen und Schüler demonstrieren mit Protestplakaten vor dem Goldenen Reiter während des Fridays for Future in Dresden
In Dresden versammelten sich die Demonstranten vor dem Goldenen Reiter. Bildrechte: dpa
Protestplakat mit der Aufschrift «Fear Us» und dem Bild der Schwedin Greta Thunberg während des Fridays for Future in Dresden
Auf einem Protestplakat steht die Aufschrift "Fear Us" neben dem Bild der Schwedin Greta Thunberg. Bildrechte: dpa
Schülerinnen und Schüler demonstrieren mit einem Banner und Protestplakaten auf der Carolabrücke während des Fridays for Future in Dresden
Die Schüler zogen zum Goldenen Reiter. Bildrechte: dpa
Fridays for Future Demo in Chemnitz.
Mehrere Hundert Schüler demonstrierten am Freitag in Chemnitz für den Klimaschutz. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Schüler mit gebastelten und bemalten Pappschildern auf der Fridays for Future Demo in Chemnitz.
"Handeln statt schön reden" fordern die Schüler in Chemnitz von der Politik. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Ein als Eisbär und ein als Biene verkleiderter Schüler halten ein Schild "Meine Freundinnen sind alle tot" auf der Fridays for Future Demo in Chemnitz.
Die Biene und der Eisbär in Chemnitz betrauern ihre Artgenossen, die wohl dem Klimawandel zum Opfer fallen werden. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Fridays for Future in Leipzig.
In Leipzig versammelten sich laut Organisatoren über 3.000 Schüler. Bildrechte: MDR/Moritz Arand
Fridays for Future Demo in Leipzig
Die Schüler zogen in Leipzig durch die Innenstadt, um mehr Klimaschutz zu fordern. Bildrechte: MDR/Moritz Arand
Fridays for Future in Leipzig
Das Schild "Klima retten" fasst das Anliegen der "Fridays-for-Future"-Demonstranten in Leipzig zusammen. Bildrechte: MDR/Moritz Arand
Fridays for Future in Leipzig.
Die Schüler bastelten kreative Schilder für die Demonstration in Leipzig. Bildrechte: MDR/Moritz Arand
Fridays for Future Demo in Bautzen
Rund 400 Teilnehmer versammelten sich am Freitag auf dem Theaterplatz zur erten "Fridays-for-Future"-Demonstration in Bautzen. Bildrechte: MDR/Ann-Kathrin Canjé
Schüler mit Plakaten beim Fridays for Future in Bautzen
"Uns macht es Spaß, hier zu sein und es ist schön, dass sich so viele Menschen einsetzen, hier etwas zu bewegen", erzählt die Schülergruppe in Bautzen. Bildrechte: MDR/Ann-Kathrin Canjé
Schild "Früher war der Fisch in der Packung, huete ist die Packung im Fisch"
Auch in Bautzen gestalteten die Schüler kreative Schilder für ihre Klimademonstration. Bildrechte: MDR/Ann-Kathrin Canjé
Fridays for Future Demo in Bautzen
Die Demonstration in Bautzen führte durch die Innenstadt. Bildrechte: MDR/Ann-Kathrin Canjé
Personengruppe mit Plakaten.
In Annaberg-Buchholz fand am Freitag zum ersten Mal eine "Fridays-for-Future"-Demonstration statt. Bildrechte: Fridays for Future Annaberg-Buchholz
Personengruppe mit Plakaten.
Rund 150 Schüler folgten dem Aufruf zur Klimademosntration in Annaberg-Buchholz. Bildrechte: Fridays for Future Annaberg-Buchholz
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Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.05.2019 | 09:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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2 Kommentare

25.05.2019 10:37 Bernd L. 2

Die meisten der 90 Youtuber, die sich so engagiert zeigen, haben einen ebenso hohen CO2 Fussabdruck wie die berühmte "Langstreckenlouisa" und Klimaaktivistin Neugebauer, ebenso viele der Demonstranten. Die Jugendlichen lernen schnell, frei nach dem Spruch "Wasser predigen und heimlich Wein trinken".
Der Spruch, "etwas für die Umwelt tun", zeigt, dass sie das Kernproblem gar nicht verstanden haben.
Ich würde mir vom MDR eine kritischere Berichterstattung über diese Demos wünschen- dies hier erinnert an die berühmten DDR-Demos für den Frieden.

[Lieber Bernd L., die Schüler sind unzufrieden mit der Klimapolitik der Regierung, deshalb gehen sie demonstrieren. Sie machen auf das Thema Klimawandel und Umweltschutz aufmerksam. Das ist ein Signal, dass hoffentlich viele Politiker und auch Verbraucher erreicht, damit sie ihre Politik bzw ihren Alltag überdenken.
Jeder Einzelne kann etwas tun, aber großen Einfluss auf den CO2-Ausstoß in der Welt hat nun mal die Politik.
Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion]

24.05.2019 21:20 na so was 1

Man darf gespannt sein, wie sich die "hohen Politiker in Sachsen" nach den Landtagswahlen am 01.09.2019 aus der Affäre ziehen werden. Wie wird sich z.B. jetzige Ministerpräsident, Herr Kretschmer (CDU) äußern. Im Augenblick begrüßt er die Demonstrationen für den Klimaschutz. Man weiß aber nicht, ist das Wahltaktik oder reinste Überzeugung.

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