Sigmund Jähn lächelt in die Kamera.
Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Namenstag Jubiläum im Kosmonautenzentrum Chemnitz mit Ehrengast Sigmund Jähn

Das Kosmonautenzentrum Chemnitz ist schon 55 Jahre alt. 1979, ein Jahr nach dem Weltraumflug von DDR-Kosmonaut Sigmund Jähn, erhielt es seinen Namen. Zu diesem Jubiläum gratulierte der Namensgeber persönlich.

Sigmund Jähn lächelt in die Kamera.
Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Kaum war am Sonntagmittag die erste Modellrakete im Orbit über Chemnitz verschwunden, zog die Prominenz die Blicke der Geburtstagsgäste auf sich. Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer war extra nach Chemnitz gekommen, um gemeinsam mit Fliegerkosmonaut Sigmund Jähn einen 40. Geburtstag zu feiern. Das Geburtstagskind, das Kosmonautenzentrum im Chemnitzer Küchwald, ist zwar schon etwas älter, aber den Namen "Sigmund Jähn" trägt es seit 40 Jahren. Gratulant - und auch ein bisschen Geburtstagskind - Sigmund Jähn war begeistert von den jungen Leuten im Chemnitzer Kosmonautenzentrum. "Die Leute kommen, sie haben ein Stammpersonal, das oft mehr weiß, als ein Kosmonaut, der das eigentlich erlebt hat. Aber es wird was gemacht und die Kinder sind da. Das hat man heute gesehen und sie freuen sich, sie lernen, sie tanzen - es gehört zu Chemnitz."

Eine Modellrakete hebt vom Dach des Kosmonautenzentrums ab.
Eine Modellrakete hebt vom Dach des Kosmonautenzentrums ab. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Ministerpräsident Kretschmer lobt Einsatz für junge Menschen

Wenn eine solche Einrichtung es geschafft hat, weit über das Ende der DDR immer neue Generationen von Kindern in ihren Bann zu ziehen, dann ist das nicht nur dem Einsatz der vielen hauptamtlichen und freiwilligen Mitarbeiter geschuldet. Es muss auch an der Faszination der Weltraumfahrt liegen, die über die Jahre unverändert geblieben ist. Ministerpräsident Kretschmer hofft, dass das so bleibt. "Dieses Kosmonautenzentrum schafft es, junge Leute zu begeistern für naturwissenschaftlich-technische Dinge, für die Umwelt und wir wollen weiter daran arbeiten, dass solche Institutionen größer werden und noch mehr Kinder und Jugendliche erreichen."

Der sächsische MP Michael Kretschmer, eine Moderatorin und Sigmund Jähn stehen vor dem Kosmonautenzentrum.
Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer gratulierte Sigmund Jähn zu "seinem" Kosmonautenzentrum. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Sigmund Jähn - erster Deutscher im All Am 26. August 1978 startet der erste Deutsche ins All. Der DDR-Kosmonaut Sigmund Jähn fliegt zur sowjetischen Raumstation "Saljut 6". Auf seinem achttägigen Flug umrundet er 125 Mal die Erde.
Am 3. September 1978 landet er mit einer Rückkehrkapsel in der kasachischen Steppe. Bei der Landung überschlägt sich die Kapsel mehrmals. Siegmund Jähn trägt eine Wirbelsäulenverletzung davon, an der er zeitlebens leidet.

Geboren wurde Siegmund Jähn 1937 in Morgenröthe-Rautenkranz. Der gelernte Buchdrucker begann 1955 eine Laufbahn bei der Luftwaffe der NVA. Dort gehörte er zu den ersten Düsenjägerpiloten. Später studierte Jähn an der Militärakademie der Sowjetischen Luftstreitkräfte. Im Rahmen des sogenannten Interkosmos-Programms wurden Sigmund Jähn und Eberhard Köllner als DDR-Kosmonauten für einen Raumflug ausgewählt. Jähn machte das Rennen und flog somit als erster Deutscher ins All.

Nach dem Flug wurde Siegmund Jähn zum Oberst, später zum Generalmajor befördert. Er promovierte am Zentralinstitut für Physik der Erde an der Akademie der Wissenschaften der DDR auf dem Gebiet der Fernerkundung der Erde. Ab 1990 war er in Russland als Berater für das DLR und die ESA (European Space Agency) tätig.

Am Sonntag wurde am Kosmonautenzentrum auch ein etwa zweieinhalb Kilometer langer Lehrpfad durch den Chemnitzer Küchwald eröffnet, auf dem angehende Raumfahrer ihre Fähigkeiten testen können. Anders als zu Sigmund Jähns Zeiten werden die Teilnehmer per GPS durch den Wald gelotst. Und auch die Testaufgaben gibt es mittels QR-Code direkt aufs Smartphone. Am Sonntag wurde aber erst einmal gefeiert - ganz analog mit Hüpfburg und Bratwurst.

Eine Hüpfburg und viele Besucher vor dem Kosmonautenzentrum mit dem Nachbau einer Trägerrakete auf dem Dach.
Partystimmung beim 40. Namenstag des Kosmonautenzentrums "Sigmund Jähn". Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.03.2019 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz
MDR SACHSENSPIEGEL | 24.03.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 25. März 2019, 12:33 Uhr

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