24.01.2020 | 14:28 Uhr Weiterer Haftbefehl nach Messerangriff Heiligabend in Aue

Die Fahrzeuge von Polizei, Notarzt und Rettungsdienst stehen vor dem Pfarrhaus in Aue.
Bildrechte: Daniel Unger

Gut vier Wochen nach dem Messerangriff auf einen Kirchenmitarbeiter Heiligabend in Aue ist ein weiterer Tatverdächtiger festgenommen worden. Wie die Staatsanwaltschaft Chemnitz mitteilte, erließ das Amtsgericht Haftbefehl gegen den 17-Jährigen. Bei ihm handele es sich um den Sohn des bereits inhaftierten 53-jährigen Syrers. Laut Staatsanwaltschaft ist der Jugendliche dringend verdächtig, Heiligabend im evangelisch-lutherischen Gemeindehaus in Aue auf einen Mitarbeiter der Kirche eingestochen zu haben. Dieser hatte zuvor versucht, in einem Streit zwischen dem Beschuldigten und anderen ausländischen Gästen zu schlichten. Der Helfer wurde schwer verletzt und musste notoperiert werden. Zwei weitere Menschen wurden leicht verletzt.

Gegen den Jugendlichen wird wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden außerdem zwei weitere Beteiligte der tätlichen Auseinandersetzung identifiziert. Gegen diese wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Mit Friedensgebet gegen rechte Hetze

Die NPD hatte versucht, die Tat zu instrumentalisieren und rief zu einer Kundgebung auf. Die Kirche in Aue wehrte sich mit einem Friedensgebet. Das Geschehene werde für fremdenfeindliche Propaganda ausgenutzt, sagte damals Superintendent Dieter Bankmann.

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.01.2020 | 15:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2020, 14:28 Uhr

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